Aufsatz 
Die Geschichte als Lehrgegenstand an der Realschule mit besonderer Berücksichtigung des Altertums / vom R.-L. Johannis
Entstehung
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Die junge Republik ſieht ſich durch eine mit der neuen Regierungsgewalt unzufriedenen Partei und einen neben den Altbürgern immer mehr emporkommenden Stand im Innern, wie durch Nachbarn, die mit Beſorgniß auf das ſchnelle Aufblühen der neuen Macht an der Tiber ſehen, von Außen her in eine Reihe von Kämpfen gedrängt und verwickelt, deren Ausſchmückung dieſelben ihrem Thatbe⸗ ſtande nach kaum beeinträchtigen, welche ihr ſchwer zu vertuſchende Niederlagen eintragen, im Ganzen aber die endliche Ueberlegenheit Roms darthun. Wir finden eine Reihe von Kriegen mit benachbarten Städten und Landſchaften(Latinern, Etruskern, Galiern ꝛc.) und in Folge dieſer bald Einbußen, bald Erweiterungen an Gebiet und Zuwachs an Bevölkerung verzeichnet, die in ihren Einzelheiten, aber nicht als Ganzes anfechtbar ſind. Gleichen Schritt mit dieſen Ereigniſſen hält die innere Ent⸗ wickelung in Verfaſſung und Legislatur, die hie und da Zweifel an der Perſönlichkeit des einen oder anderen Roganten oder an der Zeit der Einbringung eines Reformvorſchlages, aber nicht an der Sache ſſelbſt zulaſſen. Die Ereigniſſe im Inneren wie nach Außen erzeugen, bedingen und folgen einander mit kaum zu verkennender gegenſeitiger Abhängigkeit von Urſache und Wirkung und mit einer Logik der Thatſachen, deren Zerreißung durch Auslaſſung für den Augenblick minder wichtiger Vorkommniſſe nur um den Preis des Zuſammenhanges, ſomit des Verſtändniſſes, zu geſtatten wäre, und welche wenigſtens in allgemeinen Umriſſen dem Schüler vorzuführen ſind, wenn derſelbe ſich nicht im Handumwenden aus einer auf eine Stadt und deren nächſte Umgegend beſchränkte Königs⸗ herrſchaft in ein Reich verſetzt ſehen ſoll, das eben im Begriff ſteht die Herrſchaft über die damalige Welt zu übernehmen.

Wohl mögen die erſten Zeiten der Republik vom Aufhören der vereitelten Verſuche der Tarquinier bis zu den galliſchen und Samniterkriegen mit ihren einfachen, aber uneigennützigen, nur auf das Wohl ihres Vaterlandes bedachten und darum zu jedem Opfer bereiten Männern weniger anſprechend und von geringerem Intereſſe erſcheinen, als die Zeiten vom Ausbruche der puniſchen Kriege, bis in die Kaiſerzeit mit ihren ſelbſtſüchtigen, wohl auch für die Größe Roms, mehr aber noch für ihren Ruhm und ihr Standesintereſſe beſorgten Staatsmännern. Und doch iſt gerade dieſe Zeit ſo eminent wichtig für die Geſtaltung des republikaniſchen Roms, wie des Römerthums überhaupt. In dieſe Zeit fällt ja vorzugsweiſe das Aufkommen der meiſten Aemter, Conſulat, Prätur, Dictatur Tribunat und andere, ſowie eine Reihe von Geſetzen und Einrichtungen, die das innere Staatsweſen des alten Roms characteriſiren und ihm das national⸗eigenthümliche Gepräge verliehen haben. Ueberdies iſt dieſe Periode nichts weniger als arm an Unternehmungen nach Außen.

Wenn nun auch als Aufgabe aus der Geſchichte des Römervolkes für die Realſchule nicht der ganze Gang, den dieſelbe im Inneren wie nach Außen hin gehabt hat, feſtgehalten werden kann, ſo iſt doch eine Reihe von Thatſachen, die auf den erſten Blick als unbedeutend erſcheinen, in Rechnung zu ziehen, nicht weil ſie an und für betrachtet von ſolcher Bedeutung ſind, ſondern weil ſie gleichſam den Cauſalnexus zu vermitteln haben.

Es iſt nicht zu läugnen, daß es gerade in der römiſchen Geſchichte Zeiten gibt, die weniger danach angethan ſind, das Intereſſe jüngerer Zöglinge, die erſt in den Unterricht eingeführt werden