Aufsatz 
Die Geschichte als Lehrgegenstand an der Realschule mit besonderer Berücksichtigung des Altertums / vom R.-L. Johannis
Entstehung
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glücklicher Ueberwindung unſäglicher Gefahren und Drangſale und nach Erreichung alles deſſen, was ihm begehrenswerth erſchienen war, auf der Höhe menſchenmöglicher Macht angelangt, von Allen bewundert, beneidet oder gefürchtet und gehaßt, die ihm von demFatum verliehene Größe und Machtſtellung für unüberwindlich hält, auf alle Zeit für ſich als geſichert erachtet und darum ungeſtraft mißbrauchen zu dürfen vermeint, erweckt die göttliche Gerechtigkeit in den lange von ihm mißhandeltenBarbaren die Werkzeuge zur Beſtrafung eines ungezügelten Hochmuthes und der Auflehnung gegen das, was ſie mit der heilsbedürftigen Menſchheit vor hat. Die Völker, die nach langen fruchtloſen Kämpfen der römiſchen Macht erlegen waren, erheben und entwinden ſich ihren Feſſeln und werfen mittelſt der ihren Unterdrückern abgelernten Kriegskunſt dieſelben für alle Zeiten nieder.. Indeſſen auch ohne die Bedeutung, welche die Geſchichte dieſes Volkes an und für ſich genommen . für jeden Geſchichtskenner hat, iſt dieſelbe für Deutſchland und alle die Völker, welche einſt mit dem alten Rom in gouvernementaler, commercieller oder ſocialer Verbindung geſtanden, oder in irgend welche Berührnng gekommen ſind, inſofern von Wichtigkeit und Intereſſe, als die Anfänge der Geſchichte des deutſchen Volkes, ſowie jener germaniſchen Staaten, die auf den Trümmern dieſes Reiches ſich aufgebaut haben, in die Geſchichte desſelben hineinragen und in die römiſchen Verhältniſſe ihre Wurzeln zu tief einſenken, als daß man ſie aus dieſem Boden herausziehen und als für ſich beſtehende hiſtoriſche Objecte ohne jeglichen Zuſammenhang mit Rom im geſchichtlichen Unterrichte behandeln könnte. Fließen doch die erſten Nachrichten über Germanien, verflochten und verwoben mit der Darſtelluug römiſcher Unternehmungen, in eben dieſen Ländern gerade aus römiſchen Federn. Mögen dieſe Quellen noch ſo getrübt fließen, bei einiger Sorgfalt iſt es möglich geweſen und wird es auch in Zukunft ſein, Wahres von unrichtig Dargeſtelltem zu ſcheiden. Beachtet man außerdem, wie ſchon vorhin angedeutet wurde, daß gerade die größte aller hiſtoriſchen Erſcheinungen, durch welche ſich die Regeneration der Menſchheit vollzogen hat, das Chriſtenthum mit ſeiner umgeſtaltenden Macht in unverkennbarer Weiſe auf den nachmaligen Gang und Verlauf der römiſchen Ereigniſſe entſchieden eingewirkt hat und mit denſelben zuletzt verflochten wird, alſo ein ganzer Zeitraum Kirchengeſchichte ſich in der Geſchichte Roms abſpielt, ſo wird die Zulaſſung der römiſchen Geſchichte, an welcher Lehranſtalt höherer Art es auch ſei, für Niemanden mehr fraglich erſcheinen können.

Nachdem ſoeben Vernommenen könnte es ſcheinen, als ob für die römiſche Geſchichte eine detaillirte oder gar pragmatiſche Behandlungs⸗ und Darſtellungsweiſe im Unterrichte beanſprucht werden ſolle. Nichts weniger als dies: aber auf einen Unterſchied rückſichtlich der griechiſchen und römiſchen Geſchichte als Lehrgegenſtänden in den Schulen, in welchen dieſelben als ſolche zugelaſſen ſind, glaube ich noch aufmerkſam machen zu müſſen.

Ohne dem oben angedeuteten Zwecke, welcher durch Aufnahme oder Beibehaltung der Gefchichte Altgriechenlands in dem Lehrplane der Realſchule angeſtrebt werden ſoll, zu präjudiciren und das Ganze zu beeinträchtigen, geſtattet die Geſchichte Griechenlands die Umgehung ganzer Jahrhunderte, da dieſelben für Zöglinge, die mit dem Hellenenthume eine nähere Bekanntſchaft nach ſeinen ver⸗