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Anderen als unanfechtbar aufnöthigen zu wollen, daß die Geſchichte des alten Orients an der Real⸗ ſchule nur ſoweit Berückſichtigung finden dürfe, als ſie vermittelnd, ergänzend und erläuternd in den Gang der griechiſch⸗macedoniſchen und römiſchen Weltereigniſſe eingreift: die Bildung des perſiſchen Reiches, die erſten Beherrſcher desſelben, und ein kurzer Abriß der helleniſtiſchen Reiche, wie denn auch zum Verſtändniſſe der puniſchen Kriege in der römiſchen Geſchichte die Gründung Carthago's und die maritime Bedeutung dieſes Staates zur Zeit ſeiner feindſeligen Berührung mit Rom für die an der Realſchule mit der Geſchichte zu erreichenden Zwecke mir als ausreichend erſcheinen wollen.
So würde denn für die Realſchule als zu behandelnde Aufgabe aus dem Alterthum die Geſchichte der Griechen und Römer bleiben. Während nun die Geſchichte des Orients in der Hauptfrage nämlich Zulaſſung und Umfang des zuzulaſſenden Lehrſtoffes wenig Meinungsdifferenz hervorrufen dürfte, ſtellt ſich die Aufnahme der griechiſchen Geſchichte um ſo heikeler dar. Ob ihrer eminenten Bedeutung, Wichtigkeit und des Intereſſes, welche die Welt der Hellenen mit ihrer Sprache, Literatur, Kunſt, Politik, Geſchichte und Allem, was das Leben dieſes einzig daſtehenden Völkleins und doch ſo großen Volkes nicht nur für die alte vorchriſtliche Welt, ſondern auch für die neue chriſtliche und für alle Zeiten überhaupt hat und ſtets haben wird, ſo lange die europäiſche Menſchheit nicht von einem Attila oder Omar alten oder neuen Schlages bezwungen ſein wird, kann es keinem Zweifel unter⸗ liegen, daß dieſe Blätter der Geſchichte, an welcher Art Lehranſtalt es auch ſei, nicht überſchlagen werden dürfen. Aber die Frage über den Umfang wird hier weit mehr abweichenden Anſichten begegnen, als der Orient veranlaßt hat. Da die griechiſche Sprache von dem Lehrplane aus ſich faſt von ſelbſt ergebenden Gründen ausgeſchloſſen iſt und bleiben muß, ſomit den Schülern ein gutes Stück Verſtändniſſes des Helenenthums verſchloſſen bleiben wird, ſo könnte auf den erſten Blick die Löſung dieſer Frage dieſelbe Schwierigkeit zu bergen ſcheinen, welche ſich rückſichtlich des alten Orients ergab. Jeder Lehrer, welchem der Unterricht in griechiſcher Geſchichte an einer Schule, in deren Lehrplane griechiſche Sprache keine Stelle findet, zugewieſen iſt, wird wiſſen, mit welcher Schwierigkeit die Begriffe, ſelbſt die Benennungen und Bezeichnungen der national⸗eigenthümlichen Erſcheinungen dieſes Volkes, ſeien dieſe religiöſer, politiſcher oder ſocialer Art, dem Schüler beizu⸗ bringen ſind, wie hart es bei Behandlung der Ständegliederung in Sparta und Athen(um nur eines Beiſpiels zu gedenken) und anderer Erſcheinungen des griechiſchen Volks⸗ und Staatslebens, die unmöglich übergangen werden dürfen, wenn Zuſammenhang und Verſtändniß der ſpäteren Geſchichte nicht verloren gehen follen, zugeht. Und dennoch würde dem Schüler eine der ſchönſten und anziehendſten Perioden der alten Geſchichte vorenthalten werden müſſen, wenn ihm dieſes Volk⸗ gar nicht im geſchichtlichen Unterrichte vorgeführt würde. Keines Volkes Urgeſchichte und mythiſcher Theil und ſkeines Volkes Kämpfe um ſeine Unabhängigkeit dem Barbarenthume gegenüber feſſelt jüngere Schüler ſo ſehr, als die Sagen⸗ und Heroenzeit Altgriechenlands. Freilich weckt auch keines Volkes Geſchichte mehr das Verlangen, dieſe Dinge in der unvergleichlich ſchönen Sprache des Volkes leſen zu können. Was ſind dem Sprachunkundigen alle die großartigen und herrlichen Gedanken und Darſtellungen der griechiſchen Epiker und Dramatiker, durch noch ſo wohl gelungene Ueberſetzungen


