Aufsatz 
Über Homerübertragung mit neuen Proben
Entstehung
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Wenn er lebend aus der Schlacht kam, Ihn, des Volkes Lust und Wonne!

Also rief sie; da blieb keiner, Mann nicht, Weib nicht, blieb zurücke; Und in namenloser Trauer Eilten vor das Thor dem Leichnam Sie entgegen. Doch die Gattin Und des Toten hehre Mutter, Weit voraus den andern allen, Stürzten sich, die Haare raufend, Auf den Wagen und umfassten Das geliebte Haupt des Toten. Schluchzend stand die Meng' im Kreise, Und so hätten sie den Hektor Noch den ganzen Tag bejammert, Draussen stehend vor dem Thore, Bis zum Untergang der Sonne, Hätte Priamos vom Wagen Nicht zur Menge so gesprochen:

Platz gemacht jetzt für den Wagen! Nachher könnt ihr satt euch weinen Bei der Bahre im Palaste.

Sprach's, und folgsam gaben jene, Seitwärts tretend, Raum dem Wagen. Und sie fuhren zum Palaste. Aufgebahrt auf prächt'ger Bahre Ward der Leichnam hier; daneben Liessen die bestellten Sänger Ihre Trauerweis' erschallen,

Lauten Klageruf erhoben

Dabei rings umher die Frauen. Und Andromache umschlang jetzt Hektors Haupt mit ihren Armen Und begann also die Klage:

Teurer Gatte, hingesunken In des Lebens Blüte, liessest Du als Witwe mich im Hause Und als Waise, schutz- und hilflos,