Zweites Stasimon. Vql. S. 22.
Strophe.
Ihr Seligen, deren Geschick nie kostet' Unheil!
Wem sein Wohnhaus Götter erschütterten, niemals
Läßt Fluch ihn, von Geschlecht zu Geschlecht sich wälzend:
So wie das aufgeschwoll'ne Meer,
Wann, vom Thrakersturm erregt,
Machtvoll es in die umdüsterte Tief' hinab sich wälzt,
Vom Abgrund auf den schwarzen Meersand
Wühlt und dumpf im stöhnenden
Orkan die flutgeschlag'nen Ufer tosen.
Gegenstrophe.
Wohl sehe ich in Labdakos' Haus uralte Leiden
Fort und fort aufs Leid der Geschiedenen sich häufen:
Nicht Befreiung schafft ein Geschlecht dem Geschlecht; hinabstürzt
Ein Gott sie, löst nicht ihren Fluch.
Denn die letzte Wurzel, der
Glücklicheres Licht erstrahlt in dem Haus des Odipus,
Die mäht nun der Todesgötter
Blutigrote Sichel ab,
Des Sinnes Torheit und der Seel' Erinys.
Drittes Stasimon. Val. S. 26.
Strophe. O Eros, Allsieger im Kampf! O Eros, einstürmend in Herden, Der Nachts auf schlummernder Jungfrau'n Zartblühenden Wangen webet: Du schweifst ob Meerfluten, besuchst Hirtliche Wohnstätten; Kein unsterblicher Gott kann Dir entrinnen,


