Chor.
Kreon.
Bote.
Kreon.
Bote.
Kreon.
Chor.
Kreon.
— 40 Zu spät erkennst du die Gerechtigkeit! 1270
Zu meinem Unheil hab' ich-sie erkannt. Getroffen hat ein Gott mich auf das Haupt,
Hat wuchtig mich getroffen, hat gejagt
Mich fort auf wilder Bahn, mit Füßen hat
Er meines Lebens Freud zu Staub zertreten. 1275 O Weh, o Wehgeschick der Menschenkinder!
Mein armer Herr, dein Leidenskelch erscheint Dir bis zum Rand gefüllt; nun kommt's noch schlimmer. 1280
Was gibt's schon wieder? Schlimmres noch als schlimm?
Dein Weib ist tot; wie sie dem Toten hier Das Leben einst geschenkt, so folgt sie ihm Als echte Mutter auch im Tode jetzt;
Die Arme, frisch noch rinnt die Todeswunde.
Unersättlicher Hadesgrund,
Du ziehst mich hinein in deinen Schlund. 1285 Das war ein furchtbar schmerzlich Wort,
Noch dröhnt es schaurig in mir fort.
Ich war ein geschlagner, gebrochner Mann,
Nun tritt mich neues Verderben an.
Das Wort, das du sprachst, ist's wahr?
An meines Sohnes Totenbahr' 1290 Geschlachtet läg' ein neuer Leib,
Geschlachtet läg' mein eigen Weib?
Sieh selbst; schon bietet's unverhüllt sich dar. Im Hintergrunde sieht man die Leiche der Eurydike.)
Wehe, wehe, Nun seh' ich Armster auch das and're Leid. Was hat das Schicksal mir noch aufgespart? Noch liegt mein Sohn hier auf der Totenbahre,


