Aufsatz 
Antigone. Tragödie von Sophokles. Zur Einweihungsfeier des neuen Gymnasiums in Limburg an der Lahn übersetzt und für die Aufführung bearbeitet
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ant. Kreon.

Ant.

Kreon.

Chor.

Kreon.

20

Des zeih' ich sie, ihn ratend mitbestattet. Ruft sie mir her. Wie rasend sah ich sie Im Hause sich gebärden, ihres Sinns

Nicht mächtig. So verrät im Voraus sich Das Herz, das Böses im Verborgnen sinnt. Viel wen'ger freilich mag ich andre leiden, Die ihre Frevel noch in Tugend kleiden.

Sinnst du mir Schlimmres etwa als den Tod?

Nichts Schlimmres; hab ich dies, so hab ich alles.

Was zauderst du denn noch; der Reden sind Genug gewechselt jetzt, ich will von dir, Du willst von mir nichts wissen. Zwischen dir Und mir gibt's nichts, was uns vereint. Und doch Wie konnt' ich höhern Ruhm erwerben mir, Als dadurch, daß den Bruder ich begrub? Ganz Theben würde bill'gen meine Tat,

Wenn nicht die Furcht der Bürger Zungen lähmte.

Da ist der König freilich besser dran, Der nach Belieben tun und sprechen kann.

So denkst nur du in uns'rer Kadmosstadt; Doch neben mir soll hier kein Weib regieren. (Ismene tritt auf.)

Da kommt aus dem Tor schon lsmene hervor, Um die Schwester ergießt sich ihr Tränenstrom Aus umwölktem Aug' auf das Antlitz herab, Das er schrecklich entstellt,

Und benetzt ihr die liebliche Wange.

Du Schlange, die du dich in meinem Haus An mich herangeschmiegt und mir das Blut Hast ausgesaugt; und ich, ich merkt' es nicht, Daß ich ein doppeltes Verderben großzog Und meines Thrones Sturz; sag an und sprich:

490

500

515

508 225

530