Chor.
Kreon.
Zum Schlusse setzt' es auch noch Schläge ab, Und keiner wehrt's. Denn jeder eine galt
Als Täter; überführt jedoch war keiner;
Und jeder sprach: Ich weiß von nichts.
Bereit zum Gottesurteil wollten wir 265 Das glühend Eisen mit den Händen tragen
Und durch das Feuer gehn, daß keiner selbst Die Tat getan, und keiner darum wisse,
Wer's begonnen, wer's ersonnen habe.
So forschten wir und kamen nicht zum TZiel,
Bis einer sprach das Wort, das alle uus
Vor Furcht den Blick zu Boden senken ließ. 270 Dagegen nämlich ließ sich sagen nichts,
Und taten wir danach, so ging's uns schlecht.
Er sprach, man müsse unverschleiert dir
Die Sache melden. Also kam's und mich Unsel'gen traf das neidenswerte Los. 275 Da steh' ich denn, nicht gern gekommen und Nicht gern gesehn; ja ja, ich weiß es wohl, Den Bringerschlimmer Kunde schätzt man nicht.
O König, schon kam der Gedanke mir, Ob hier ein Gott die Hand im Werke hat?
Halt doch den Mund, und schwätze dummes Zeug 280 In deinem Alter nicht, und bringe nicht
Zum Überlaufen meines Zornes Maß.
Wer kann es hören, wenn du sagst, daß sich
Die Götter hier um diesen Toten kümmern?
Ein Grab von Götterhand, ein UÜbermaß
An Ehre, womit hätt' er es verdient,
Er, der ins Land zog, um mit Feuersglut 285 Der Tempel heil'ge Hallen zu vernichten,
Der Götter Weihegaben fortzuschleppen
Und zu zerstören heil'gen Brauch? Sahst je Den Frevler du geehrt von Götterhand?
Nein, Nein! schon länger gärt es in der Stadt,


