Aufsatz 
Revision der deutschen handelsgeographischen Literatur, hauptsächlich aus dem Gesichtspunkte des Schulbedürfnisses / [Janson]
Entstehung
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auf das, was in Abschnitt 10 bereits gesagt ist, im Interesse der Raumersparniſs hier entschlagen kann.] Deſsgleichen ist bereits an verschiedenen Stellen dieser Arbeit davon gehandelt, welchen bestimmenden Einfluſs auf die Handelsgeographie die Wissenschaft der Erdkunde habe, deren Begriff nicht erst zu entwickeln, sondern zu entlehnen ist. Von gröſster Wichtigkeit bleibt dann die Erforschung des Wechselverhältnisses der beiden Hülfswissenschaften der Handelsgeographie, welches zu nachstehenden Ergeb- nissen führt:

1. Als Wissenschaft ist die Handelsgeographie ein System von Erkenntnissen, die um einen gemeinsamen Zweck, ihren Mittelpunkt, gravitiren. Sie hat die Darstellung dieser Erkenntnisse in Beziehung auf ihren Zweck zur Aufgabe.

2. Indem sich in dem ganzen Gebiete der Handelsgeographie die Resultate freier menschlicher Thätigkeit mit den naturnothwendigen Ergebnissen der Wirksamkeit telluri- scher Kräfte berühren, schlieſst jede der erwähnten Erkenntnisse ein Bedingendes und ein Bedingtes in sich, welche Seiten die handelsgeographische Darsellung hervortreten zu lassen hat.

3. Das Bedingende ist immer das Reale. Es löst sich defshalb das System han- delsgeographischer Erkenntnisse in ein System wirkender Ursachen, Naturkräfte u. s. w. auf, welche die bedingenden Gründe auf dem Gebiete der Erkenntniſs erst hervorrufen. Die Darstellung der Influenz der Naturgewalten auf die Entwickelung des Handels darf in einer Handelsgeographie um so weniger fehlen, als die Entwickelung des Handels mit allen seinen Mitteln, Hülfsanstalten etc. zum gröſsten Theile nur ein Erzeugnils der Accomodation an tellurische Verhältnisse ist.

4. Der Handel wirkt bestimmend zurück auf die Oberflächenbeschaffenheit der Erde, durch Colonisation, Verdrängung heimischer Thiere und Pflanzen, Pflanzung der Culturgewächse, Flufsbettenregelung, Städtegründung, Belebung der Industrie u. s. w., wenn auch in viel geringerem Malſse, als jene Oberflächenbeschaffenheit auf den Handel einwirkt, und dieses Verhältniſs darf ebenfalls nicht übergangen werden.

Danach ist die Handelsgeographie als eine wissenschaftliche Darstellung der Relationen des gesammten Inhalts der reinen Geographie zum mercantilen Verkehr, oder als eine syste- matische Bearbeitung der Erdkunde nach Maſsgabe der Beziehungen der Erdoberfläche, ihrer Erzeugnisse, Bewohner und Staatsgesellschaften einerseits zum Handel und seinen Producten, Operationen, Hülfsgewerben und Förderungsanstalten etc. andererseits, sowohl im Bereiche des Erdganzen im Allgemeinen, als jedes einzelnen Erdstücks im Besondern, zu erklären, und es sind die Elemente der Geographie in ihrer Qualification für mercan- tile Zwecke, diejenigen der Handelslehre aber in ihrer geographischen Abhängigkeit zu