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Werken schüttet das graue Alterthum alle seine Gaben aus. In hundert Bildern tritt uns der Verkehr der Völker entgegen. Hier bewegt sich auf gewundener Bahn der ge- staltenreiche Faden der schwankenden Karavane; und dort durchschneidet der schwim- mende Waarenspeicher, das bewimpelte Schiff, das flüssige Element. Bald tritt uns das Bild des phönicischen Händlers entgegen: wie er von Weib und Kind sich verabschiedet, um bereichert zwar, aber auch gealtert nach Jahrzehnten sie erst wieder zu sehen; wie er die griechischen Inseln umschleicht, dem reichen Indier und dem stolzen Perser die Handelsgüter ab- und zuführt, oder an Britanniens und Iberiens Küsten einen gewinn- bringenden Tauschhandel organisirt. Dann wieder ist es der Grieche, der, alle Gestade des weiten Mittelmeers besiedelnd, im Mittelpunkte des Productentausches zwischen Morgen- und Abendland dasteht. Die harmonische Entfaltung aller seiner Fähigkeiten, seine Fortschritte in Handel und Gewerbsamkeit, in Kunst und Wissenschaft, zu Land und Wasser, wie seine Colonisationen und Verkehrsverbindungen rufen die ganze Welt des Alterthums von den ersten Mährchen und Sagen bis zu den auf die späte Nachwelt vererbten Culturerrungenschaften in uns wach. Babylon und Ninive, Tyrus und Sidon, Milet und Korinth, Athen und Syrakus, Rom und Carthago, mit einem Worte alle Verkehrs- und Culturstätten der alten Zeit ziehen vor unserm Blicke vorüber. Gewiſs, es gehört keine Aufopferung dazu, diesen mit Blumen bestreueten Weg zu wandeln. Aber die Bücher unserer Handels-Geographen durchzuarbeiten, das erfordert Muth und Ausdauer. Ihre Darstellungen haben kein plastisches Element. Ein schlechter Spiegel der reichen Welt und des mannigfaltigen Verkehrs in ihr, sind sie nur für den abstrahirenden Rechner gemacht. Der bunte Wiesenteppich der Natur und des mercantilen Lebens ist
in ihnen zum löschpapiernen Herbarium eingetrocknet. Hier einige Beispiele: *)„Piment, ein Gewürz, welches wir von America erhalten; die beste Art kommt von Jamaica; die andern Sorten von dem Span. Süd-America, viel gröfser von Korn, aber von geringerer Qualität
und nicht sehr geschätzt. Es kamen nach Hamburg im Jahre 1828. 28 Füsser, 6104 Säcke und Ballen.
„„ 1829. 262„ 11,428„„„„ 5,„ 1830.. 7„„ 9334„„„„„ „„, 11831.. 141„ 7957„„„ 1,„„ 1832. 55„ 9906.„„„„
Und von den einzelnen Plätzen:
1820. 1830. 1831. Bristol..—— 126 Säcke. Cadi«.. ca. 30 Ballen.— 2 Kisten. Glasgow.. ca. 300 Säcke.—— Havana.. 24 Ballen.—— Havre..— 50 Säcke. 118 Säcke.“ u. s. w.
*) Aus C. Crügers Handelsgeographie, B. II, S. 159.


