Aufsatz 
Herder und Schillers Wallenstein
Entstehung
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(proelianti Auspicium dabit una virtus). Zu dieser Odengruppe gehört auch ein Ge- dicht, bei Herder mit der Überschrift ‚Wallensteine, bei Balde an einen Domitius Bascaudus gerichtet, cum de Alberti Wallensteinii, Fridlandiae Ducis, funesto exitu verba fecisset, und überschrieben: Malo viro nil prodesse.»Die Laufbahn,« heifst es in Herders Bemerkung zu der Ode,»dieses unternehmenden, glücklichen, stolzen, an- maſsenden Feldherrn ist durch die Parallele mit dem Sejan, dem Liebling des Tiberius, im kurzen fest gezeichnet. Nach fünf horazisch moralisierenden Strophen führt der Dichter antike Beispiele des Unbestandes von Glück und Grölse an¹), um mit Wallen- stein, dem Anlaſs dieser Betrachtungen, zu schlieſsen:

Goldestrunken erlag Crassus; wie Hannibal, Selbst vom Siege besiegt, unter der Beut' erlag. Jene wiedergefundne Gemme drohte dem Polykrat.

Zugezählet wird einst diesen Geschichten auch Wallenstein. Wie ein Dampf flammet' er und erlosch, Er, ein Balle ²) des Glückes, Er, ein Märchen erhab'ner Macht.

Hochmutschwindelnd ersah er des Sejanus Bahn Sich zum Laufe; da trug ihn auch Sejanus' Pferds). Ubereilet und stolpernd Stürzt' es nieder; er brach den Hals.

(Haustu, Crasse, jaces ebrius aureo. Vindex Hannibalem perdidit annulus, Et nolens bene perdi Clarum gemma Polycratem.

His, Alberte, viris annumerabere, Bellorum vapor ac foeda catastrophe: Fortunae pila quondam et Magni fabula nominis.

¹) Auch unter diesen einen künftigen Gegenstand Schillerscher Dichtung.

²) Die sprachlich wohlbegründete und in Herders Sprache nicht abstechende etwas altertüm- liche Form»Ballec hätte A. W. Schlegel in seiner schönen, dem lateinischen wie dem deutschen Balde gleich gründlich gerecht werdenden Recension der Terpsichore(Jenaische Litteraturzeitung 1797; Werke Bd. 10 S. 405) nicht als unrichtig bezeichnen sollen. Die schwache Form(mhd. der balle neben der bal) gebraucht Goethe, Elpenor 1, 4(gedruckt zuerst 1806): Ich warf den Ballen weg, womit ich spielte.

³) Bekanntlich vielmehr des Sejus. Die tragische Geschichte dieses Schicksalspferdes erzählt Gellius im dritten Buch(9, 1 6) der Attischen Nächte: Hinc proverbium de hominibus calamitosis ortum dicique solitum ‚ille homo habet equum Sejanum. Die seltsame Verwechselung selber könnte an ein schadenfrohes Fatum denken lassen, wenn man liest, dafs eine der beiden Quellen des Gellius ein Buch »Quaestiones confusae« war.