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der Braut von Messina gebraucht hat, wie von ferne ankündigenden Schicksalsvor- stellung können aus Herders Behandlung des Themas geflossen sein, und es kann so auch das Fundament der Dichtung eine Verstärkung von daher erfahren haben. Herder hat zu dem ersten Jahrgang der Horen nicht weniger als fünf Ab- handlungen beigesteuert. Dies erste Jahr der Horen, 1795, zeigt ihn uns eng verbündet mit Goethe und Schiller, so daſs Haym es treffend das Jahr des ,Triumvira tes nennen konnte. Wir wissen, wie bald der Bruch eintrat, wie Herder sich dann verstimmt von dem Schaffen und Wirken der Genossen und insbesondere auch von dem Schicksalsgebrauch in Schillers Dramen abwandte¹). Es wäre schön, wenn in prägnanten Einzelzügen und einem wichtigen thematischen Motive von Schillers dichterischem Hauptwerk Spuren Herderscher Gedanken—„Hauch und Nachklang:— und damit ein Zeugnis und Denk- mal jener geistigen Gemeinschaft der drei groſsen Männer gefunden werden könnte.
Anhangsweise möge hier auf Erwähnungen Wallensteins und seiner Zeit bei Herder hingewiesen werden, die demselben Jahre wie der besprochene Aufsatz angehören und auch in diesem Zusammenhange von Interesse sind.— Im Frühling 1795 erschienen die beiden ersten Teile von Herders Terpsichore, Ubersetzungen aus den Gedichten eines vergessenen genialen Neulateiners bringend, dessen Namen erst der ein Jahr später ver- öffentlichte dritte Teil der Terpsichore enthüllte: des Elsässers Jakob Balde, geb. 1604 zu Ensisheim, gest. 1668 zu Neuburg an der Donau. Seine Lyrica und Silvae erschienen zuerst 1643— 1645. Eine nicht geringe Anzahl seiner Oden und ein ganzes Buch Threnodieen sind der wirren- und greuelvollen Zeit des groſsen Krieges gewidmet, den Balde mit leidenschaftlichem, parteiischem Anteil— er gehörte dem Jesuitenorden an— durchlebte und der den düsteren Hintergrund der von Altertum und Gegen- wart gleichmälsig inspirierten Muse des»bayrischen Horaz« bildet. Herder hat im zweiten Teil der Terpsichore(in Suphans Ausgabe Bd. 27 S. 106 ff.) eine Gruppe Zu- stände, Ereignisse und Helden des Dreiſsigjährigen Krieges behandelnder Oden zusammen- gestellt:»Nach der Eroberung Breisachs«,»Der Tod des Helden«(Pappenheims),»Die Ehrbegierde«— ein sehr wahres Gemälde, wie Herder in der die einzelnen Stücke kurz charakterisierenden oder erläuternden Inhaltsübersicht sagt, der Politik und des Kriegs- geistes damaliger Zeiten—»Die Kriegszucht«,»An einen im Kriege vertriebenen Lands- mann«,»Wirkungen des Unglücks«,»Das Roſs von Troja«,»Deutschlands Klag- gesang« u. a. Zu dem Gedichte Kriegszucht bemerkt Herder:»Zu den Zeiten unseres Dichters waren Aberglaube, Zeichendeuterei, Prophezeiungen ungemein verbreitet und sehr wirksam.« Strophe 5(im Original Str. 6):
Entfernt dem Lager bleibe das Weib. Und fern Dem Lager bleibe nichtige Deuterei; Dein Glückeszeichen sei, o Krieger, Männliche Brust und gerechte Sache.
. ¹) In dem Aufsatz Das Drama(Adrastea, Viertes Stück, 1802, Bd. 23 S. 346 und Bd. 24 S. 369 der Suphanschen Ausgabe). Vgl. dazu Haym, Herder Bd. 2 S. 180 Anmerk. 2*


