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Am 18. Juni ej. wohnten wir dem durch Seine Majeſtät den Kaiſer und Köoͤnig an⸗ geordneten feierlichen Dankgottesdienſt aus Anlaß des wiedergewonnenen Friedens bei.
Eine hierauf bezügliche Schulfeier begingen wir am Sonntag den 25. Juni v. J. Nach⸗ mittags 4 Uhr gemeinſchaftlich mit dem hieſigen Königlichen Lehrerſeminar im Rathhausſaale. Der Ertrag des Eintrittsgeldes war für die Invaliden beſtimmt. Herr Seminardirektor Kehrein eröffnete den Aktus mit einer paſſenden Anſprache; darauf folgten Deklamationen, Geſang und muſikaliſche Vorträge, abwechſelnd von Seminariſten und Gymnaſiaſten. Der Unterprimaner Hillebrand zog in einem freien Vortrag eine Parallele zwiſchen der Wirkſamkeit Heinrichs I. und Wilhelms J. Zum Schluß hielt der Unterzeichnete eine Rede über den Werth des errungenen herrlichen Friedens und die Bedeutung des Feſtes. In das Hoch auf Seine Majeſtät den Kaiſer und König ſtimmte die ſehr zahlreiche Verſammlung begeiſtert ein.
Ein Feſttag drängte in dieſem Sommer den andern. Am 6. Juli verbreitete ſich hier die Nachricht, daß am folgenden Tage die Wetzlarer Jäger auf ihrem Heimzuge aus Frankreich in unſere Stadt kommen würden. Da galts den Helden einen würdigen Empfang zu bereiten. Lehrer und Schüler des Gymnaſiums zogen um 10 Uhr Morgens den zurückkehrenden Siegern entgegen, und mitten im friſchen duftigen Waldesgrün fand die Begegnung ſtatt. Als unſere Zög⸗ linge, kommandirt vom Dr. Wirſel, im Parademarſch vorüber defilirt waren und Aufſtellung ge⸗ nommen hatten, begrüßte der Berichterſtatter die Truppen, hieß ſie willkommen im deutſchen Land und zollte ihnen den Dank, den das achte Jäger⸗Bataillon durch Muth und Ausdauer in ſchweren Schlachten in ſo hohem Grade verdient hatte. Dann reichte er dem Kommandirenden und den Offizieren den Ehrentrunk in deutſchem Wein. Herr Major v. Oppeln⸗Bronikowski antwortete dankend mit einer markigen echt ſoldatiſchen Rede, die in aller Herzen zündete, und forderte ſeine Krieger und die„zukünftigen Jäger“ auf, dem erhabenen Kriegsherrn ein Hoch zu bringen, welches unſerer Berge Wiederhall vielfach zurückgab. Unter den Klängen der Muſik und dem Abſingen der Nationalhymne und der„Wacht am Rhein“ geleiteten wir die Truppen bis zum Thore der Stadt, wo die Behörden ſie empfingen und weißgekleidete Jungfrauen ihnen Kränze reichten. Am Nachmittage wurde den Schälern frei gegeben.
Die halbjährigen Klaſſenprüfungen ſind im Sommerſemeſter am 12., 16., 18., 21., 23., 24. Auguſt in Gegenwart des Kuratoriums und des Lehrerkollegiums abgehalten worden.
Am 31. Dezember v. J. erfreuten der Herr Bürgermeiſter und der Gemeinderath in corpore den Unterzeichneten mit einem Beſuche und überreichten ihm das von künſtleriſcher Hand geſchmack⸗ voll ausgeführte Diplom als Ehrenbürger der Stadt Montabaur, das dieſer mit dankenden Worten entgegennahm.
Zum Beſten des auf dem Niederwalde zu errichtenden Nationaldenkmals veranſtalteten die Schüler des Gymnaſiums unter ſich eine Sammlung, deren nicht unbedeuntenden Ertrag der Direktor am 5. Februar d. J. zugleich mit dem Ergebniſſe des Eintrittsgeldes für zwei von ihm vor einem größeren Publikum gehaltene wiſſenſchaftliche Vorleſungen dem Schatzmeiſter des hier zuſammen⸗ getretenen Kreis⸗Comités Herrn Jakob Bollentin einhändigte.
Die gemeinſchaftliche öſterliche h. Kommunion feierten die Lehrer und eatholiſchen Zöglinge der Anſtalt in dieſem Jahre am 18. Februar. Im Uebrigen gingen die Schüler alle 6 bis 8 Wochen gewöhnlich in Begleitung einiger Lehrer zum Tiſche des Herrn.


