Aufsatz 
De Horatio Lucilii aemulo
Entstehung
Einzelbild herunterladen

835

ihm die Auszeichnung des eiſernen Kreuzes. Während der Cernirung von Metz ſchwer erkrankt kehrte er in die Heimat zuruͤck, blieb jedoch auch nach der Geneſung in ſeinem militäriſchen Dienſt⸗ verhältniſſe, bis er ſeine jetzige Stellung übernahm. Von der Fortſetzung und Abſolvirung des Probejahres hat das Königl. Provinzial⸗Schulkollegium mit Rückſicht auf die Veranlaſſung der Unterbrechung desſelben Abſtand genommen.

Eine weitere Veränderung im Lehrerkollegium iſt im vorigen Jahre zu Michaelis erfolgt, da uns der wiſſenſchaftliche Hülfslehrer Franken verließ, um einem Rufe als ordentlicher Lehrer an die Realſchule zu St. Petri und Pauli in Danzig zu folgen. An ſeine Stelle trat mit Zuſtimmung des K. Provinzial⸗Schulkollegiums d. d. 25. September 1871 der Schulamtskandidat Bloͤmer, über deſſen Leben folgende Mittheilung Auskunft gibt:

Peter Johann Blömer, geboren am 2. Februar 1843 zu Koblenz, war von Herbſt

856 bis Herbſt 1864 Schüler des Gymnaſiums ſeiner Vaterſtadt und bezog nach abgelegtem Aennedent cinen die Univerſität zu Bonn, um alte und beſonders neuere Philologie zu ſtudiren. Seine Studienzeit zu Bonn erſtreckte ſich bis ins Sommerſemeſter 1868. Am 6. November 1869 unterzog er ſich vor der Wiſſenſchafrlichen Prüfungs⸗Kommiſſion in Bonn dem Examen pro fac. doc., worauf er von Oſtern 1870 bis Oſtern 1871 das vorſchriftsmäßige Probejahr am Gymnaſtum in Koblenz abſolvirte.

Der kath. Religionslehrer A. Eyſert, welcher ſeit Oſtern 1870 eine ordeutliche varerſel jetzt die dritte) proviſoriſch verwaltet hatte, wurde mit Bewilligung des Herrn Miniſters d. d. 13. Juni 1871 zur Prüfung im Hebräiſchen und zu dem Colloquium in der Religionswiſſenſchaft von der Wiſſenſchaftlichen Prüfungs⸗Kommiſſion in Münſter zugelaſſen und beſtand das Examen am 10. November vor. J.. Das Kuratorium bat hierauf das K. Provinzial⸗Schulkollegium, ihm die bisher kommiſſariſch bekleidete Stelle definitiv zu übertragen. Somit wurde er, da die Behörde den Antrag genehmigte, am 9. Februar 1872 als ordentlicher katholiſcher Religionslehrer ange⸗ ſtellt und, nachdem ſeine Vokatious⸗Urkunde unter dem 6. März e. höheren Orts beſtätigt war, am 13. März c. von dem Berichterſtatter vereidigt. a ſein Leben vergl. das Programm vom vorigen Jahre.

Im Nachſtehenden theile ich noch einige Einzelheiten mit, da in der Ueberſicht über den Entwickelungsgang des Gymnaſiums unerwähnt bleiben mußten, aber doch wichtig genug erſcheinen, um hier chronologiſch georduet kurz berührt zu werden.

Am 14. Mai 1871 ſtarb viel betrauert der Hochwürdige Herr Stadtpfarrer Peter Müller an den Folgen eines Nierenleidens. Nur etwas über zwei Jahre hatte er in ſeiner Eigen⸗ ſchaft als Pfarrer unter uns gewirkt. Der Gemeinde war er ein eifeiger Seelenhirte, uns ein treuer Freund und Gönner, der als Mitglied des Kuratoriums ſtets das Beſte der Anſtalt im Auge gehalten. Lehrer und Schüler gaben ihm am 16. Mai v. J. das Geleit zur letzten Ruhe⸗ ſtätte, und der Chor des Gymnaſtums ſang auf dem Wege das miserere mei dous. Sein An⸗ denken wird uns ſtets ein geſegnetes ſein. R. i. p.

Am 16. Juni vor. J. ſiel der Unterricht wegen des Jabeſeſte der: 25 jähvigen Regierung Seiner Heiligkeit des Papſtes Pins X. aus. Die Anſtalt nahm an dem Feſtgottesdienſte in

der Pfarrkirche Theil. 5