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aufgenommen, woran ſich das Abſingen der preußiſchen Nationalhymne anſchloß. Um den Knaben aus Anlaß einer ſo großen Auszeichnung einen genußreichen Nachmittag zu verſchaffen, unter⸗ nahmen wir einen Spaziergang bis zum Dorfe Wirzenborn und kehrten nach demſelben in einem hieſigen geräumigen Wirthslokale ein, wo bei einem Glaſe Bier unter munteren Scherzen und patriotiſchen Geſängen, in die das Krachen der Böllerſchüſſe luſtig hineintönte, ein ſchönes Feſt gefeiert wurde. Die gehobene Stimmung des Lehrerkollegiums war eine um ſo fröhlichere, als an demſelben Tage noch eine zweite angenehme Nachricht hier eingetroffen war.
Es hatte nämlich am 7. Auguſt vor. J. Herr Provinzial⸗Schul⸗ und Regierungsrath Dr. Rumpet die Anſtalt mit ſeinem Beſuche beehrt und dem Unterrichte mehrerer Lehrer in verſchiedenen Fächern beige⸗ wohnt. In Folge dieſer Reviſion befürwortete das K. Provinzial⸗Schulkollegium, daß dem An⸗ trage des Kuratoriums, die bisher an der Schule wirkenden Lehrer in die neu kreirten höheren Lehrerſtellen einrücken zu laſſen, ſeitens des Herrn Miniſters geneigteſt entſprochen werde. Dem⸗ gemäß wurde durch Min.⸗Erlaß vom 23. Oktober 1871 der bisherige Progymnaſial⸗Oberlehrer Breuer in die erſte und der ordentliche Lehrer Dr. Iltgen in die zweite Oberlehrerſtelle am Kaiſer Wilhelms Gymnaſium befördert. Ihre Vokationen ſind vom Kuratorium am 11. No⸗ vember vor. J. vollzogen und vom K. Provinzial⸗Schulkollegium am 17. November ej. beſtätigt worden. Im Zuſammenhange damit ſtand die bald darauf erfolgende definitive Anſtellung des wiſſenſchaftlichen Hülfslehrers Dr. Wirſel. Derſelbe war ſchon am 13. April 1871 vom Kura⸗ torium erwählt worden, um vorläufig proviſoriſch die Lehrerſtelle zu bekleiden, deren Kreirung die Errichtung der Prima nöthig gemacht hatte. Da er zur Zeit ſeiner Wahl noch als Lieutenant beim 39. Reſerve⸗Bataillon zu Weſel im Militärdienſte ſtand und auch mit dem Beginne des neuen Schuljahres nicht ſofort entlaſſen wurde, ſo mußten die ihm zufallenden Stunden bis Pfingſten durch den Direktor und die Kollegen Dr. Iltgen, Schmitz, Dr. Wahle, Eyſert vertreten werden. Am 1. Juni vor. J. trat er endlich ſein Amt an und wurde mit Genehmigung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 14. November 1871 als ordentlicher Lehrer angeſtellt. Seine Beſtallungs⸗Urkunde erhielt unter dem 6. Dezember v. J. die Beſtätigung der vorgeſetzten Behörde. Am 13. Dezember v. J. iſt er durch den Unterzeichneten vereidigt worden. Ueber ſein Leben mögen hier folgende Notizen eine Stelle finden.
Rudolf Wirſel, geboren am 3. September 1843 zu Büren in Weſtfalen, beſuchte nachdem er die Elementarſchule abſolvirt hatte das Gymnaſium zu Paderborn, von welchem er im Herbſt 1864 mit dem Zeugniſſe der Reife abging. Er widmete ſich darauf 2 Jahre an der König⸗ lichen Akademie zu Munſter philologiſchen Studien, indem er zugleich vom 1. April 1865 bis 1866 als Einjährig⸗Freiwilliger ſeiner Dienſtpflicht genügte. Beim Ausbruch des Krieges zwiſchen⸗ Preußen und Oeſterreich 1866 wieder zur Fahne einberufen, machte er als Reſerveunteroffizier den Mainfeldzug und ſeine Gefechte bei Wieſenthal, Kiſſingen und Aſchaffenburg mit. Nach dem Kriege ſtudirte er zwei Semeſter an der Univerſität zu Berlin und wurde am 16. April 1869 von der philoſophiſchen Fakultät der Akademie zu Münſter zum Dr. phil. promovirt. Am 1. Februar 1870 beſtand er gleichfalls zu Munſter die Prüfung pro fac. doc. Kaum hatte er ſich behufs Ablegung ſeines Probejahres an das Gymnaſium zu Fulda begeben, als der Krieg mit Frankreich ihn zu ſeinem Regimente zurückführte. Als Reſerveoffizier hatte er das Glück, die glor⸗ reichen Schlachten von Spichern, Pange und Gravelotte mitzukämpfen. Seine Tapferkeit erwarb
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