Aufsatz 
De Horatio Lucilii aemulo
Entstehung
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Bewunderung, der unwandelbaren Liebe und hingebendſten Treue Namens der Anſtalt ausdrückte und mit einem Hoch ſchloß, das bei dem zahlreich verſammelten Publikum ein tauſendfaches Echo fand. Der König dankte mit bewegten Worten, ließ ſich die Lehrer des Gymnaſiums vorſtellen und un⸗ terhielt ſich in huldvoller Weiſe mit jedem derſelben, am eingehendſten mit dem Dr. Wirſel, deſſen Bruſt das eiſerne Kreuz zierte und der als Turnlehrer die Schüler einexercirt hatte.

Mit den Zöglingen der Anſtalt verkehrte Seine Majeſtät, indem er mehrere von ihnen in der ihm eigenen freundlichen und herzgewinnenden Art anſprach und fragte. Als die Schüler demnächſt im geordneten Parademarſch mit fliegenden Fahnen und klingendem Spiel an dem Kaiſer vorbeidefilirt waren, ſang der Chor des Gymnaſiums das von Möhring komponirte vier⸗ ſtimmige Lied:Dem Kaiſer gilts, hoch ſoll der Kaiſer leben. Während des Geſanges erkun⸗ digte ſich der Monarch bei dem Unterzeichneten herablaſſend nach der Geſchichte und den Ver⸗ hältniſſen des Gymnaſiums und richtete zum Schluß an die Schüler etwa folgende Worte:

Ich freue Mich, daß das Verlangen Mich zu begrüßen euch hierher geführt hat, und danke euch dafür. Mit Genugthuung habe Ich vernommen, welche Geſinnungen euch beſeelen. Bewahret ſie euch allezeit, vornehmlich aber, wenn ihr Männer geworden, in eurem Berufsleben. Hoffen wir zu Gott, daß der Friede, den unſre brave Armee durch heiße Schlachten erkämpft hat, uns recht lange erhalten bleibe. Kommt aber das Vaterland wieder in Gefahr und ihr werdet ge⸗ rufen, ſo gedenket deſſen, was ihr Mir heute verſprochen. Inzwiſchen ſeid fleißig und euren Lehrern gehorſam. Adieu Kinder!

Auf die umſtehende Volksmenge machte der Vorgang, der den gewaltigen Herrſcher in ſeiner ganzen Liebenswürdigkeit als Landesvater zeigte, offenbar einen mächtig ergreifenden Ein⸗ druck, und als der Kaiſer dem Berichterſtatter zum Abſchied herzlich die Hand drückte und ſich in das Kurhaus zurückbegab, erſcholl von allen Seiten ein lauter, begeiſterter Freudenruf. Das Entzücken der Schüler ſtieg jedoch auf ſeinen Gipfel, als Herr Graf Lehndorff die Meldung brachte, daß Seine Majeſtät die Gymnaſiaſten an dem Nachmittage als ſeine Gäſte betrachte und auf ſeine Koſten in einem Gartenlokale zu bewirthen angeordnet habe. In dem Garten des Gaſt⸗ hofs zur Poſt verbrachten Lehrer und Schüler einige vergnügte Stunden, und erſt gegen 7 Uhr rüſteten wir uns zur Rückkehr. In geſchloſſenen Kolonnen marſchirten wir durch Bad⸗Ems der Heimat zu. Als wir aber am Kurhauſe vorüberzogen und der Kaiſer die Fenſter ſeines Gemaches öffnete und uns mit der Hand den Scheidegruß zuwinkte, da wollte es des ſtürmiſchen Hurrah⸗ rufens faſt kein Ende nehmen. Spät Abends trafen wir in Montabaur wieder ein, und ein auf dem Marktplatz der Stadt nochmals dem erlauchten Hohenzollern dargebrachtes Hoch endete den Tag, der ein Freuden⸗ und Chrenfeſt der Anſtalt, uns Allen unvergeßlich ſein wird. Und wie bedeutſam waren erſt die Folgen dieſes Tages! Durch Allerhöchſte Ordre vom 11. Oktober 1871 geruhten Seine Majeſtät der Kaiſer und König unſerer Schule den Titel:

Kaiſer Wilbelms Gymuaſium huldpollſt zu verleihen.

Am 6. November 1871 werſammelte der Direktor Morgens 9 Uhr ſämmtliche Schüler des éiymnaſiums, um ihnen die kurz vorher angelangte Botſchaft von dieſer Königlichen Gngdeger⸗ weiſung bekannt zu maàchen. Die Kunde wurde mit einem dreifachen Hoch auf den Loben Pathen