Aufsatz 
Die Konzentrationsidee und ihre Bedeutung für die Ober-Tertia des Gymnasiums / von Georg Ihm
Entstehung
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Hinsichtlich der grammatischen Seite des französischen Unterrichts bestimmt der hessische Lehrplan:Bei der Erteilung desselben sind Formenlehre und Syntax nicht streng gesondert zu halten; sondern es sollen die Schüler möglichst früh nach Maßgabe der erreichten Kenntnisse die Sprache an gegebenem Stoffe anschauen und in passenden UÜbungen handhaben lernen.

Der grammatische Unterricht im Französischen hat somit in seinem Betrieb in der Tertien eine gewisse Ahnlichkeit mit der Art und Weise, wie in Ober-Tertia das Griechische behandelt wird.¹) Bei dem französischen Unterricht in dem Gymnasium ist die Verbindung von Grammatik und Lektüre um so wünschenswerter, als bei geringer Stundenzahl eine immerhin erhebliche Auf- gabe zau lösen ist und sich somit eine Zersplitterung von Kraft und Zeit noch empfindlicher rächen könnte, wie in anderen Fächern. Zudem bietet dieses Verfahren eine gewisse Bürgschaft, daß die Schüler mit unnötigen Einzelheiten, die sich auch in der französischen Schulgrammatik ange- sammelt haben, nicht überbürdet werden. ²)

Anlaß zu Parallelen mit dem Lateinischen und Griechischen bietet das Passé défini in seinem Verhältnis zum Imparfait.(Perf. hist. Aor. Imperfectum.)

Que in seinen mannigfachen Verwendungen läßt sich mit den Daß-Sätzen, ut, quod, òöze etc. in Verbindung bringen.

Lorsque mit dem passé défini bei vorhergehendem Imparfait oder Plusqueparfait entspricht dem cum inversum. Zu je crains qu'il ne vienne vergl. timeo ne, zu élire roi den doppelten Nom. und Acc., zu en écrivant in scribendo, zu pourvoir à quelque chose providere alicui rei, zu rendre(im Gegensatz zu faire) heureux vergl. das Lateinische, welches reddere und facere ge- stattet. Bei suivre quelqu'un liegt sequor nahe, bei succéder à quelqu'un succedere alicui; bei se rappeler quelque chose der Acc. der Sache bei memini und reminiscor croire à quelqu'un ent- spricht ungefähr dem confidere alicui. Auf ähnliche Weise lassen sich noch zahlreiche Erschei- nungen finden, die zu einer Vergleichung der verschiedenen Sprachen dienen und deshalb dazu bei- tragen jede einzelne Sprache in ihrer charakteristischen Eigenart zu erfassen.*)

Ich habe in der vorliegenden Arbeit versucht, den Unterricht der Ober-Tertia, soweit es mir zweckmäßig zu sein schien, unter dem Gesichtspunkt der Konzentration zu betrachten. Manches konnte nur angedeutet werden. Eine vollständige Ausführung hätte naturgemäß den Raum einer Programmabhandlung weit überschritten. Manches ist vielleicht anderwärts auch schon gesagt denn wer kann die so reichhaltige pädagogische Litteratur vollständig beherrschen! in diesem Falle würde ich mich mit der Thatsache trösten, daß zum Nutzen der Schule alte Wahrheiten immer wieder einmal in neuer Form und neuem Zusammenhange gesagt werden müssen.

Wenn einer oder der andere der Fachgenossen durch meine Ausführungen veranlaßt wird, den betreffenden Fragen seine Aufmerksamkeit zuzuwenden, so hat die Abhandlung ihren Zweck erreicht.

binden. Khnlichkeit in der Behandlung der Städtenamen im Deutschen und Griechischen im Gegensatz zum Lateinischen. Artikel bei Ländernamen im Gegensatz zum Deutschen. à*αανεεοα ₰αοσεes ad- venire Romam= in Rom ankommen. u. a. m.

¹) Schiller, Handbuch pag. 468.

²) Vergl. Schiller ebenda.

³) Vergl. Mätzner, Vergleichende Syntax der neufranz. Sprache. Weyerhäuser, Vergleichende Darstellung der lateinischen und französischen Conjugation. Büdingen 1875. Behne, Vergleichende Grammatik und ihre Verwertung für den neusprachlichen Unterricht. Darmstadt 1882.