Aufsatz 
Die menschliche Freiheit und ihre Beziehung zum christlichen Glauben / von Gustav Hüpeden
Entstehung
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Die Trauerbotſchaft von dem am 15. Juni erfolgten Hinſcheiden Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs Friedrich mußte die Lehrer und Schüler des Friedrichs⸗Gymnaſiums auf das allerſchmerzlichſte erſchüttern. War doch der hohe Verewigte unſerm Gymnaſium ganz beſonders nahe getreten, ſeitdem er dasſelbe im Herbſt 1874 des größten Vertrauens und der höchſten Ehre würdigte, einen Anteil an der Jugendbildung Allerhöchſtſeines älteſten Sohnes, unſeres jetzigen Allergnädigſten Kaiſers und Königs, zu nehmen; hat er doch zu wiederholten Malen in den Räumen unſerer Anſtalt perſönlich geweilt und das Andenken an ſeine ritterliche Erſcheinung, an ſeine Leutſeligkeit und Herablaſſung und an ſeine hohe Wertſchätzung der klaſſiſchen Gymnaſialbildung den Herzen der Lehrer und Schüler unauslöſchlich ein⸗ geprägt; hat er doch auch ſeit jener Zeit öfters die unzweideutigſten Beweiſe der Fortdauer ſeines huld⸗ vollen Wohlwollens dem Friedrichs⸗Gymnaſium gegenüber kundgegeben, und verehrt doch dieſe Anſtalt in ihm als dem Stifter des Prinz⸗Wilhelms⸗Stipendiums in bleibender Dankbarkeit einen ihrer größten Wohlthäter. Dem tiefen Schmerz über den Tod des edlen und teuern, unvergeßlichen Kaiſers Friedrich gab das Gymnaſium in Trauerandachten Ausdruck, welche der Direktor am 16. und am 18. Juni abhielt; das Lehrerkollegium ſandte einen Kranz an den Sarg des Verewigten und richtete Beileids⸗ adreſſen an Se. Majeſtät den Kaiſer und König Wilhelm II. und an Ihre Majeſtät die Kaiſerin und Königin Friedrich.

Eine beſondere Schulfeier zum Gedächtniſſe Sr. hochſeligen Majeſtät des Kaiſers und Königs Friedrich wurde am 30. Juni gehalten. Die Gedächtnisrede hielt der Oberlehrer Dr. Kius. Der Direktor ſchloß die Feier mit einem Gebet.

Am 5. Juni unternahmen ſämtliche Klaſſen kleinere Klaſſenausflüge unter der Führung der betreffenden Ordinarien.

Am 25. Juni wurde der Unterricht nachmittags wegen großer Hitze ausgeſetzt.

Die Sommerferien dauerten vom 2. bis zum 28. Juli. In den letzten Tagen derſelben unternahm der Geſangverein der Primaner unter der Führung des Direktors des Wilhelms⸗Gymnaſiums einen dreitägigen Ausflug nach Frankfurt am Main, Wiesbaden, Rüdesheim, Rheinfels, Coblenz und Cöln.

Am 4. Auguſt nahm der Königliche Kommiſſar Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer dem Direktor, den Lehrern und dem Gymnaſialdiener des Friedrichs⸗ Gymnaſiums den Dienſteid ab.

Zur Feier des Sedanfeſtes am 1. September fand vormittags in der Aula ein Schulakt ſtatt mit patriotiſchen Geſängen und mit einem Vortrage des Oberlehrers Dr. Kius über die Kriege zwiſchen Brandenburg⸗Preußen und Frankreich. Am Schluſſe der Feier hielt der Direktor noch eine Anſprache, an deren Ende er die von den Lehrern und den Schülern auf das freudigſte aufgenommene frohe Mitteilung machte, daß Se. Majeſtät unſer Allergnädigſter Kaiſer und König den Befehl erteilt habe, für das Friedrichs⸗Gymnaſium zum Schmuck der Aula ein Olbild des hochſeligen Kaiſers Friedrich herzuſtellen. Außerdem überreichte der Direktor den Klaſſenoberſten der drei oberſten Klaſſen je ein Exemplar des Abdruckes der neun Aktenſtücke zum Regierungsantritt Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs Wilhelm II. Nachmittags unternahm die Anſtalt unter Beteiligung von zahlreichen Angehörigen einen Ausflug der Lehrer und Schüler des Gymnaſiums in den Habichtswald.

Im Sommerhalbjahre unterzogen ſich zwei Oberprimaner der Entlaſſungsprüfung. Dieſelbe fand in ihrem ſchriftlichen Teile vom 7. bis zum 10. Auguſt, in ihrem mündlichen Teile unter dem Vorſitze des Provinzial⸗Schulrates Herrn Geheimen Regierungsrates Dr. Lahmeyer am 15. September ſtatt.

Das Sommerhalbjahr wurde am 23. September mit einer Andacht und mit der Entlaſſung der Abiturienten geſchloſſen. An dieſem Tage ſchied auf ſeinen Antrag der Hülfslehrer Sprengel von der Anſtalt. Der Kandidat Maurer verließ die Anſtalt nach Ableiſtung ſeines Probejahres.

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