Aufsatz 
Die menschliche Freiheit und ihre Beziehung zum christlichen Glauben / von Gustav Hüpeden
Entstehung
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Das Winterhalbjahr begann am 8. Oktober.

An dieſem Tage trat Kandidat Eskuche zur Ableiſtung ſeines Probejahres bei dem Gymnaſium ein.

Durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums von 12. Oktober wurde der Lehrer Karl Wenzel zum techniſchen und Elementarlehrer an den beiden Königlichen Gymnaſien hierſelbſt ernannt.

Am 18. Oktober wurde eine Trauerfeier zum Gedächtniſſe des hochſeligen Kaiſers Friedrich gehalten. Bei derſelben führte der Direktor ein Lebensbild des Verewigten vor und ſchloß hierauf nach einem durch den Geſangchor vorgetragenen Trauergeſang die ernſte Feier mit einem Gebete.

Am 30. Oktober fielen die Lehrſtunden wegen der Wahl zum Abgeordnetenhauſe aus.

Die herkömmliche gemeinſchaftliche Feier des heiligen Abendmahles wurde von den evangeliſchen Lehrern und Schülern des Gymnaſiums am Sonntag den 4. November in der St. Martinskirche begangen.

Vom 5. bis zum 10. November war der Direktor durch Krankheit, vom 3. bis zum 7. Dezember der Oberlehrer Stoll durch ſeine Mitwirkung bei der Prüfung von Mittelſchullehrern, vom 8. Februar 1889 bis zum Schluͤſſe des Schuljahres der Oberlehrer Dr. Zuſchlag durch Krankheit an der Beſorgung ſeiner Lehrſtunden verhindert.

Die Chriſttagsferien dauerten vom 23. Dezember 1888 bis zum 6. Januar 1889. Am Tage vor Beginn dieſer Ferien wurde wie alljährlich eine Weihnachtsandacht gehalten.

Am 1. Februar wohnte der Königliche Provinzial⸗Schulrat Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer einigen Unterrichtsſtunden bei.

Am 26. Januar wurde die Vorfeier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs durch einen öffentlichen Schulakt feſtlich begangen. Nach einem einleitenden Choralgeſang enthüllte der Direktor mit einer Anſprache das von Sr. Majeſtät dem Kaiſer dem Friedrichs⸗Gymnaſium ver⸗ liehene lebensgroße Olbild Sr. hochſeligen Majeſtät des Kaiſers Friedrich, ein hervorragendes Kunſtwerk von der Hand des Malers Stankiewicz zu Berlin. In ſeiner Anſprache lieh der Direktor den Gefühlen innigſter Dankbarkeit gegen den kaiſerlichen Spender Ausdruck und wies auf die ernſten Mahnungen hin, welche dieſer köſtliche Schmuck der Aula den Lehrern und Schülern des Friedrichs⸗ Gymnaſiums für alle Zeit vorhalte, die Mahnungen zu beſonnener und ernſter Geiſtesarbeit, zu voller und begeiſterter Hingabe an alles Ideale, zu raſtloſer und unerſchütterlicher Pflichttreue, zu hin⸗ gebender Liebe und Treue gegen König und Vaterland, zu ungeſchminkter und ergebungsvoller Frömmig⸗ keit und chriſtlicher Bruderliebe. Hierauf wechſelte der Vortrag patriotiſcher Gedichte durch Schüler mit dem Vortrag vaterländiſcher Geſänge durch den Schülerchor; alsdann redete der Unterprimaner Hans Uhlendorff über die Dichter der Freiheitskriege. Die Feſtrede hielt Oberlehrer Stoll über des deutſchen Reiches politiſche Verhältniſſe vor 100 Jahren. Der Königliche Provinzial⸗Schulrat Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer wohnte der Feier bei.

Die Entlaſſungsprüfung wurde in ihrem ſchriftlichen Teile vom 4. bis zum 11. Februar, in ihrem mündlichen Teile am 4. und 5. März unter dem Vorſitze des Geheimen Regierungsrates Dr. Lahmeyer abgehalten.

Am 5. März als am Faſtnachtstag fiel der Unterricht aus.

Am 9. und am 22. März wurden Schulfeiern zum Gedächtniſſe des hochſeligen Kaiſers Wilhelm I. gehalten. Die Gedächtnisreden und die Gebete wurden am 9. März von dem Gymnaſiallehrer Hüpeden, am 22. März von Dr. Schneider gehalten.

Am 11. März wurden die Abiturienten vor verſammelter Schule feierlich entlaſſen.