Aufsatz 
Zwei Festreden
Entstehung
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gewachsen ist. Das Gedicht des Prinzen Wilhelm aber, welches 1876 in unseren Zeitungen

veröffentlicht wurde, lautet folgendermassen:

Der Oberrhein.

Sie haben ihn da oben, Den alten deutschen Rhein, Deshalb soll stets gehoben Das Schwert des Deutschen sein.

NMit welcher Schalkheit raubte Der Ludwig uns das Land, Weil Deutschland mit dem Haupte Des Reichs in Fehde stand.

Du Strassburg, Schutz der Flanken Von Frankreich und Burgund, So lang' dort hausen Franken, Wird Deutschland nicht gesund.

Dein Münster reckt den Finger Zum limmelszelt empor Und drohet dem Bezwinger Und dem, der dich verlor.

Dem Reich und einst dem Kaiser Wohl von des Rheines Strand Sei du des Weges Weiser Ins stolze Frankenland!

Der Rhein soll Deutschlands Erden In seinem ganzen Lauf Wohl wieder eigen werden. Rollt euer Banner auf!

So woll'n wir's wieder haben Das Gut von unserm Blut, Weil dort schon längst begraben Der deutsche Adler ruht.

Du Volk aus den Vogesen Und dem Ardennerwald. Wir wollen dich erlösen Von fremder Truggewalt.

Dann musst auch du vernehmen Den deutschen Bundesruf Und dich der Knechtschaft schämen. Die welsche Art dir schuf..

Und solltest du dich sträuben Und fühlst die Knechtschaft nicht, So wollen wir dich treiben Zu deiner Kindesptlicht.

Damit einst deine Kinder Doch mögen Deutsche sein Und sich der Überwinder Von ihren Vätern freu'n.

So wollen wir ihn haben, Den alten deutschen Rhein; Dann erst wird ganz begraben Die Schmach der Deutschen sein.

Zuckt es uns nicht voll Rührung durch die Seele, wenn wir diese begeisterten Worte des Prinzen vernehmen? Können wir ein besseres und klareres Zeugnis finden für die vaterländische Gesinnung, welche sein ganzes Leben hindurch unseren grossen Kaiser beseelt hat? Klingen seine Worte nicht an unser Ohr wie die eines Propheten? Das aber erhellt klar und deutlich