Kehlen u. dgl. die Verwendung von Zink gänzlich vermieden ist.— Doppelfenster schützen die Klassenräume vor dem Lärm der Strasse und erleichtern im Winter die gleichmässige Erwärmung, die von einer aus drei Kesseln bestehenden Niederdruckdampfheizung besorgt wird. Die Beleuchtung ist elektrisch und zwar in sämtlichen Unterrichtsräumen indirekt
(sog. Hardtlicht).
Als Schulbänke wurden Schwellenbänke gewählt mit gußeisernen Untergestellen, auf- klappbaren eichenen Tischplatten und Pendelsitzen von Lickroth in Frankenthal; sie sind durchweg zweisitzig, nur in der Physik- und Chemieklasse drei- und viersitzig.
Die Einweihungsfeier.
Am Montag, dem 16. Oktober, vormittags 10 Uhr fand in der festlich geschmückten Aula die Einweihung des neuen Schulgebäudes statt. Es gereicht der jungen Anstalt zu beson- derer Ehre, dass zu dieser Feier der Herr Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Ex- zellenz Hengstenberg, der Direktor des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler, aus Wiesbaden Herr Regierungspräsident Dr. von Meister und Herr Oberregierungsrat von Bardeleben erschienen waren, ferner als Vertreter des Magistrates und der Schulbehörden der Stadt Frankfurt a. M. Herr Bürgermeister Geheimer Regierungsrat Grimm und Herr Stadtrat Dr. Ziehen.
Die Feier begann mit dem von den Schülern vorgetragenen Liede„Lobt froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre“, worauf Se. Exzellenz Herr Oberpräsident Hengstenberg folgende Ansprache hielt:
Zu einer schlichten und doch bedeutungsvollen Feier haben wir uns heute mit unsern werten Gästen vereinigt. Zum ersten Mal haben sich die Pforten dieses Hauses aufgetan, das dem jungen in der Entwicklung begriffenen Sachsenhäuser Gymnasium zu einer bleibenden Heimstätte bestimmt ist.
Die erste Anregung zu seiner Errichtung ist von der Bürgerschaft des südlich des Mains gelegenen Stadtteiles ausgegangen, der nach Einverleibung der Gemeinden Oberrad und Niederrad in die Stadt Frankfurt bei einer Einwohnerzahl von über 60 000 Seelen mit Rücksicht auf die weite räumliche Entfernung der drei bereits bestehenden humanistischen Anstalten den Wunsch nach einer solchen in ihrer Mitte empfand.— Die Ver- handlungen, welche in der Folge in Anerkennung eines tatsächlich vorhandenen Bedürfnisses zwischen der staatlichen Unterrichtsverwaltung und den städtischen Behörden angeknüpft wurden, haben in verhältnismässig kurzer Zeit zu einem erfreulichen Ergebnis geführt. Es kam eine Vereinbarung zustande, wonach die Stadt Frankfurt einen günstig gelegenen Bauplatz und den weitaus grössten Teil der Baukosten zur Verfügung stellte, während der Staat die Verpflichtung übernahm, die Unterrichtsanstalt als eine staatliche und zwar, dem Wunsche der Stadt entsprechend, als Reformgymnasium zu betreiben.
Es ist mir eine warm empfundene Pflicht, an dieser Stelle der Stadt Frankfurt für das bereitwillige Eingehen auf die staatlichen Wünsche durch opferwillige Übernahme so bedeutender Leistungen für den Bau der Anstalt den herzlichsten Dank der Unterrichtsverwaltung auszusprechen. Sie hat dadurch aufs neue ihr lebendiges Interesse für die unterrichtliche Versorgung ihrer Jugend bekundet. Ferner habe ich zu danken für das freundliche Entgegenkommen, mit dem die städtischen Behörden durch Bereitstellung der für den Unterrichts- betrieb zunächst erforderlichen Räume in der Schillerschule während der ersten Jahre Gastrecht geübt und es so ermöpglicht haben, dass der Aufbau der unteren Klassen alsbald erfolgen konnte. Aufrichtiger Dank gebührt auch den Beamten der Bauverwaltung, welche bei der Ausarbeitung des Projekts und der planmässigen Ausführung des Bauwerks mitgewirkt haben, insbesondere dem mit der Leitung des Baues betrauten Herrn Regierungsbaumeister Otto. Nicht minder habe ich Dank zu sagen den Meistern des Handwerks, ihren Gehilfen und Arbeitern, deren Tüchtigkeit und Fleiss das Bauwerk in verhältnismässig kurzer Zeit entstehen liess.
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