Aufsatz 
1) Beschreibung des Schulgebäudes. 2) Bericht über die Einweihungsfeier
Entstehung
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erstreckt und, wenn nötig, durch Hinzunahme des anstossenden Singsaales vergrössert wer- den kann, der durch 3 Flügeltüren mit ihr verbunden ist; über dem Singsaal hat im zweiten Obergeschoss der Physiksaal Platz gefunden. Der nördliche Flügel enthält im ersten Ober- geschoss zwei Klassenräume, im zweiten den 6 16 m grossen Zeichensaal. Abortanlagen für die Schüler befinden sich in jedem Stockwerk auf der Seite des Haupttreppenaufganges, ferner neben dem Ankleideraum der Turnhalle. Erwähnt sei noch, dass vom Dachgeschoss aus eine Plattform über dem Treppenhaus für astronomische und physikalische Unterrichts- zwecke zugänglich gemacht ist. Die Bibliotheksräume befinden sich in einem für die Schuldienerwohnung bestimmten Anbau des südlichen Flügels und sind von dem mittelsten Flur des Schulgebäudes aus zu erreichen. Für die Dienstwohnung des Direktors ist bei dem nördlichen Flügel ein bis zur Kaulbachstrasse vorspringender Anbau errichtet, mit dem das Amtszimmer direkt verbunden ist.

Das schlichte Kussere ist durch ein rotes Ziegeldach mit einfachen Umrisslinien bekrönt. Werkstein ist an dem ganzen Gebäude wenig verwendet, nur die Pfeiler der Vorhalle, das 3 m hohe Eckwappen darüber, die Fenstersohlbänke und die Fensterbrüstungen zwischen Physik- und Gesangsklasse bestehen aus Sandstein; im übrigen sind die Fassaden mit gelbem Terranova-Putz versehen.

Bei der gesamten inneren Ausstattung ist von Herrn Regierungsbaumeister Otto, dem die örtliche Bauleitung unter der Oberleitung des Herrn Kgl. Baurats Brinkmann über- tragen war, überall besondere Sorgfalt auf eine schlichte zweckmässige Formbildung ver- bunden mit einer angemessenen Farbenwirkung verwendet worden. Mit Ausnahme der Spezialausstattungsstücke der Physik- und Chemieklasse, welche die Firma M. Kohl in Chemnitz lieferte, haben sämtliche inneren Einrichtungsgegenstände nach sorgfältiger Fest- stellung des Bedarfs eine zweckentsprechende Gestaltung erfahren. So sind z. B. die rot und schwarz gestrichenen Bibliothekschränke und sonstigen Möbel des Lehrerzimmers nach Zeich- nung angefertigt, ebenso der breite Schrank des Zeichensaals, der eine ganze Schmalwand des Raumes einnimmt, und ein für Aufnahme von Noten, Violinkästen u. dgl. bestimmter Schrankumbau, der im Singsaal die breite Wandtafel umgibt. Sehr glücklich ist auch die Ausstattung der Aula gelungen mit ihrer dunkelgrünen Holztäfelung und der schlanken Li- senenteilung ihrer Wände; besondere Zierden des Saales bilden die beiden ebenfalls nach Zeichnung angefertigten 4 m langen elektrischen Kronen, und eine stattliche von der Firma F. Walcker-Ludwigsburg erbaute Orgel mit 12 Registern und elektrischem Antrieb, deren schlichtes Gehäuse wiederum dem ganzen Raum in Form und Farbe angepasst ist.

Baulich interessant ist das offene Haupttreppenhaus: vier schlanke quadratische aus Eisenbeton hergestellte Pfeiler gehen hier bis zur Decke des obersten Geschosses, mit ei- nem reicheren Endkapitell abgeschlossen. Zwischen diesen Säulen sind die Eisenbeton- decken, die ausschliesslich im ganzen Bau verwendet sind, und die breiten Treppen, eben- falls ganz aus Eisenbeton, eingespannt. Die Decken tragen zur Verminderung der Hell- hörigkeit überall eine 10 cm starke Schicht aus Bimsstein, darauf einen 2 cm starken Cementestrich, über dem Linoleum auf Korkplatten verlegt ist; Holzfussböden haben nur Zeichensaal, Aula mit Singsaal sowie Physik- und Chemieklasse, Erwähnung verdient schliesslich noch das Ziegeldach, bei dem durch besonders hergestellte Formsteine für

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