— 10— Unbedingt Muss ich sie haben. Nichts von Vorbehalt.
Seine Haltung bleibt jedoch noch immer unentschieden und zweideutig.
lch kann jetzt noch nicht sagen, was ich thun will. Nachgeben aber werd'ich nicht Ich nicht! Absetzen sollen sie mich auch nicht.— Darauf Verlasst euch.
In der darauf folgenden diplomatischen Verhandlung mit Questenberg in Beisein der Generäle weiss er durch scheinbares Nachgeben diese sich noch fester zu verbinden, und zugleich dem Abgesandten einen Einblick in seine Macht zu gewähren. Wenn Max ausruft:
Die ganze
Armee wird furchtbar gährend sich erheben,
und wenn Buttler zu Questenberg zu sagen Grund hatte:
Wenn guter Rat Gehör bei Ihnen findet,
Vermeiden Sie's, in diesen ersten Stunden
Sich öffentlich zu zeigen; schwerlich möchte Sie
Der gold'ne Schlüssel vor Misshandlung schützen, so liegt uns die Gefahr für des Kaisers Sache klar vor Augen, und wir sehen es nur in Wallensteins Willkühr, wie lange die bestehende Ordnung noch gelten solle.— Der Auftrag Questenbergs und die Ergebenheit der Heerfüh- rer fallen für des Herzogs Entscheidung wieder schwer in die Wagschale.—
Die Art und Weise, dem Feldherrn die unbedingte Ergebeanheitserklä-
rung der Generäle zu verschaffen, ist bereits zwischen Illo und Terzky ver- abredet.— Graf Terzky gibt Abends ein Bankett, da wird eine Formel vor- gelegt, worin sich alle insgesammt dem Herzog verschreiben, sein zu sein mit Leib und Leben, nicht das letzte Blut für ihn zu sparen, jedoch unbescha- det der Eidespflichten gegen den Kaiser. Diese Schrift soll vor Tisch vorge- lesen werden. Nach der Tafel aber, wenn„der trübe Geist des Weines das Herz öffnet, und die Augen schliesst“, lässt man ein unterschobnes Blatt, wo- rin jene Klausel betreffs des Kaisers fehlt, zur Unterschrift herum gehn. Dadurch hoffen Illo und Terzky der Generäle ganz sicher zu werden, und den Fürsten zu entschiedenem Handeln zu drängen.—


