Aufsatz 
Schillers Wallenstein. Eine Vortragsprobe
Entstehung
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9 tirt durch die Generäle: IIlo, Buttler, Isolani, einerseits, und die Vertreter der bestehenden Ordnung: Der Kriegsrat von Questenberg und der von ihm bereits gewonnene alte Piccolomini andererseits. Sie treten sich schnell feindlich gegen- über der Conflict ist angebahnt.

Wallenstein's Gemalin hat auf ihrer Reise von Kärnten ins Lager Wien berührt und erzählt dem Herzog auf seine Frage über ihre Aufnahme am Hofe, wie kühl und förmlich dieselbe gegen sonst gewesen.

0 mein Gemal! Es ist nicht alles mehr

Wie sonst. Es ist ein Wandel vorgegangen.

Und als sie erwähnt, dass man in Wien von einer zweiten, schimpfli- cheren Absetzung spreche, bricht Wallenstein heflig erregt in die Worte aus:

O! sie zwingen mich, sie stossen Gewaltsam wider meinen Willen, mich hinein.

Dadurch ist der Feldherr in seinem Ehrgeiz tief gekränkt, und rückt seiner verräterischen Endscheidung um einen Schritt uäher. Doch ist diese noch im weiten Felde; Wallenstein spielt vorerst mit dem übermütigen Bewust- sein seiner Macht zu freier künftiger Entschliessung, und diese Versuchung musste allerdings gefährlich werden. Diesen zweideutigen Standpunkt, den der Herzog jetzt noch einnimmt, kennzeichnen am besten die Worte an Terzky, ols dieser ihm vorwirft, dass seine bisherigen Verhandlungen mit dem Feinde recht gut gepflogen werden konnten, auch wenn er ihn nur hätte zum Besten haben wollen:

Und woher weisst du, dass ich ihn nicht wirklich Zum Besten habe? dass ich nicht Euch alle

Zum Besten habe? Kennst du mich so gut?

lch wüsste nicht, dass ich mein Innerstes

Dir aufgethan. Der Kaiser, es ist wahr,

Hat übel mich behandelt! Wenn ich wollte,

Ich könnt' ihm recht viel Böses dafür thun.

Es macht mir Freude, meine Macht zu kennen;

Ob ich sie wirklich brauchen werde, davon denk' ich

Weisst du nicht mehr zu sagen, als ein andrer.

Doch schon in der nächsten Scene verlangt er von IIlo eine eidliche schriftliche Erklärung der Generäle, worin sie sich unbedingt verpflichten sollen, sich seinem Dienst zu weihen: