— 5— Bezeichnend hiefür und für seinen Ehrgeiz überhaupt ist folgende Stelle:
Zeigt einen Weg mir an aus diesem Drang,
Hülfreiche Mächte! einen solchen zeigt mir,
Den ich vermag zu geh'n.— Ich kann mich nicht
Wie so ein Wortheld, so ein Tugendschwätzer,
An meinem Willen wärmen und Gedanken—
Nicht zu dem Glück, das mir den Rücken kehrt,
Grossthuend sagen: Geh! Ich brauch' dich nicht!
Wenn ich nicht wirke mehr, bin ich vernichtet.
Nicht Opfer, nicht Gefahren will ich scheu'n,
Den letzten Schritt, den äussersten, zu meiden;
Doch eh' ich sinke in die Nichtigkeit,
So klein aufhöre, der so gross begonnen,
Eh' mich die Welt mit jenen Elenden
Verwechselt, die der Tag erschafft und stürzt,
Eh'spreche Welt und Nachwelt meinen Namen
Mit Abscheu aus, und Friedland sei die Losung
Für jede fluchenswerte That.
Sein Glaube an die Sterne,
Die himmlischen Gestirne machen nicht
Bloss Tag und Nacht, Frühling und Sommer,— nicht
Dem Sämann bloss bezeichnen sie die Zeiten
Der Aussaat und der Ernte. Auch des Menschen Thun
Ist eine Aussaat von Verhängnissen
Gestreuet in der Zukunft dunkles Land,
Den Schicksalsmächten hoffend übergeben.
Da thut es not, die Saatzeit zu erkunden,
Die rechte Sternenstunde auszulesen, seine grosse Macht in Folge der blinden Ergebenheit des Heeres, seine schiefe Stellung zum Kaiser, die ihm seine That als Notwehr erscheinen lässt, das Drängen IIlo's, Terzky's— alles wirkt zusammen, den gewaltigen Geist des hochfliegenden, nach einer Krone strebenden Friedländers zu berücken, und den durch das Auflehnen gegen den Kaiser und die bestehende Ordnung ver- schuldeten Untergang herbeizuführen.


