Aufsatz 
Rückblick auf die ersten 25 Jahre der Anstalt
Entstehung
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Einen hervorragenden Schmuck erhielt die Anstalt in den Jahren 19021904, in denen Herr Professor D. Wilhelm Steinhausen im Auftrage des Herrn Ministers die Aula mit kostbaren Wandgemälden ausstattete, die eine Sehenswürdigkeit der schönen Stadt Frank- furt geworden sind. Der gütigen Fürsorge des Herrn Ministers verdankt die Schule auch ein schönes Olbild Kaiser Friedrichs, ein Werk Gustav Richters, und 1909 erhielt sie eine überlebensgroße Bronzebüste des Kaiserlichen Stifters der Anstalt, ein Meisterwerk des Professors Reinhold Begas.

Das Dezernat über die Anstalt führte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Herbst 1904 Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat D. Dr. Lahmeyer, von da ab bis zum 1. Juli 1912 Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler. Beiden Herren verdankt die Schule reiche Förderung und das Lehrerkollegium wohlwollende Fürsorge, An- regung und Belehrung. Am 1. Juli 1912 hat Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Kaiser das Dezernat übernommen.

Ein besonderes Glück war es für die junge Schule, daß der erste Direktor Prof. Dr. Hartwig über achtzehn Jahre(bis zum Herbst 1906) die Leitung behielt und sie mit fester Hand und warmem Herzen in sichere wohlgeordnete Bahnen lenken konnte. Sein Nachfolger Prof. Dr. Rudolf Busse übernahm die Leitung am 1. Dezember 1906. Die Schule hatte sich bereits in allen Teilen bewährt und sich unter den höheren Lehranstalten der Stadt und der Provinz eine wohlangesehene Stellung erworben. Die Aufgabe des neuen Direktors konnte es nur sein, den Geist und die gute Zucht der Anstalt zu hüten und zu wahren und auf dem wohlgesicherten Grunde weiter zu bauen.

Dem Lehrkörper gehörten bei der Eröffnung der Anstalt außer dem Direktor Hartwig folgende Lehrer an: Oberlehrer Dr. Christian Langsdorff, Lic. Dr. Albert Krebs, die ordentlichen Lehrer Dr. Carl Heinrich Müller, Dr. Ferdinand Orth, Dr. Wilhelm Peters, die wissenschaftlichen Hilfslehrer Georg Degenhardt und Otto Eitel, die tech- nischen und Elementarlehrer Oskar Mauck und August Jünemann, der katholische Religions- lehrer Joh. Georg Hilpisch. Außerdem wurden der Anstalt zur Ablegung des Probejahrs die Kandidaten des höheren Lehramts Dr. Karl Blümlein und Heinrich von Horn über- wiesen. Von diesen Lehrern sind nur noch die Professoren Dr. Carl Heinrich Müller, Georg Degenhardt und Dr. Wilhelm Peters, sowie der Zeichenlehrer August Jünemann an der Anstalt tätig. Professor Dr. Langsdorf verließ 1895 die Anstalt, um die Leitung des Königlichen Gymnasiums zu Dillenburg zu übernehmen. Dort starb der treffliche Mann 1907 nach einer reichgesegneten Wirksamkeit. Er gehörte zu den Mitkämpfern von 1870/71 und hat die Belagerung von Paris mitgemacht. Prof. Lic. Dr. Krebs wurde nach einer mehr als 23 jährigen Tätigkeit an der Anstalt am 22. September 1911 durch den Tod abberufen. Seiner ist in dem vorigen Jahresbericht in allen Ehren gedacht worden. Prof. Dr. Orth blieb an der Anstalt bis Ostern 1903, wurde dann technischer Mitarbeiter an dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium zu Cassel, im Herbst 1905 Direktor des Gymnasiums zu Schleusingen und im Herbst 1912 Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Nordhausen. Der Kandidat Otto Eitel starb bereits 1899 als Oberlehrer an dem Königlichen Wilhelms-Gymnasium in Cassel. Dr. Karl Blümlein, der mit einer etwa zweijährigen Unterbrechung bis Ostern 1898 an der Anstalt tätig war, ist zurzeit Direktor des städtischen Lyzeums zu Homburg v. d. H. Heinrich v. Horn wurde Oberlehrer und Professor an der VI. Realschule in Berlin und starb