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Der Kandidat Jehrisch, welcher seit einiger Zeit als Hilfslehrer an der Anstalt be- schäftigt gewesen war, schied zu Michaelis 1849 von derselben. 3 9
Der Kandidat Hoffmann, welcher seit dem November 1848 an dem Gymnasium zu Oels beschäftigt worden war, wurde bei seiner Rückkehr von dort zu Anfang Mai 1849 von Seiten der Direktion des K. pädagogischen Seminarium wieder unserer Anstalt über- wiesen. Derselbe hat seitdem bis jetzt in verschiedenen Gegenständen, namentlich fort- während in Tertia im Griechischen, unterrichtet, und seit dem Abgange des Kandidaten Jehrisch grösstentheils die Stunden desselben, namentlich den geographischen Unterricht und den im Deutschen in Sexta übernommen. Ich kann nicht umhin, den rühmlichen Eifer desselben und die günstigen Erfolge seines Unterrichts mit dankbarer Anerkennung zu er- wähnen.— Der Kandidat Anderssen, welcher gleichfalls durch längere Zeit an der Anstalt beschäftigt gewesen war, verliess die Anstalt im Anfange des Juli, da sich ihm ein günstiges Privat-Engagement dargeboten hatte. Bei den trefflichen Resultaten, welche sein Unterricht erzielt hatte, war sein Abgang für die Anstalt ein wahrer YVerlust. Die Stunden desselben wurden einige wieder von den Lehrern, die anderen von den Kandi- daten Weiss und Prifich ertheilt. Letzterer hatte in Schweidnitz sein Probejahr ab- gehalten und wurde der Anstalt von Seiten der Direktion des K. pädagogischen Semina- rium zu Anfang des Juni überwiesen. 3
Die Stelle des Professor Kunisch ist noch nicht wieder besetzt.
Der Unterzeichnete hatte durch das Vertrauen seiner Kollegen in Schlesien den ehrenvollen Auftrag erhalten, an der zur Berathung über das Schulwesen vom 16. April ab in Berlin versammelten Lehrerkonferenz Theil zu nehmen. Pr fühlt sich gedrungen, an diesem Orte für dieses wohlwollende Vertrauen seinen wärmsten Dank auszusprechen. Denn nicht zu den geringsten Früchten jener Konferenz ist die geistige Erhebung zu rechnen, welche die Theilnehmer derselben von der gemeinschaftlichen Arbeit mit nach Ilause genommen. Möge von dem Guten und Nützlichen, was dort in Anregung und Vorschlag gebracht worden ist, das Beste bald in die Wirklichkeit treten! Während die- ser fünfwöchentlichen Abwesenheit desselben haben seine Kollegen seine Vertretung bereitwilligst übernommen; namentlich hat sich der Professor Tobisch der Beaufsich- tigung der Anstalt unterzogen. Ausserdem ist keiner der Lehrer auf längere Zeit in seiner Amtsthätigkeit unterbrochen worden.—, eiit iedpo:
Auch im Beginn des Sommersemesters wurden durch die Besorgnisse vor der Cho- lera noch viele Schüler dem Schulbesuch auf längere oder kürzere Zeit entzogen, so dass erst nach den Sommerferien die volle Schülerzuhl wieder anwesend war. Leider haben wir auch den Verlust eines fleissigen und gesitteten Schülers August v. Graeve zu beklagen, weichen diese Krankheit im Juni binnen wenigen Stunden hinraffte. Diese Krankheit und noch mehr die politischen Bewegungen der beiden verflossenen Jahre haben unverkennbar auf den Fleiss und die Fortschritte der Schüler nachtheilig einge- wirkt. Das sittliche Verhalten und die Führung der Schüler ist im Allgemeinen aufrie- denstellend gewesen. 1955 WhA 1 4r”
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