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scheint indess nicht oft genug wiederholt werden zu können, dass es ein Wahn ist, wenn viele Eltern glauben, dass ihren Söhnen mit der Beförderung in eine höhere Klasse unter allen Umständen ein Dienst geleistet, gleichsam ihr weiteres Forikommen befördert sei. In diesem Punkte steht nur der Schule ein richtiges und vollwichtiges Urtheil zu, und es ist dringend anzurathen, dass die Eltern mit Abweisung aller ungerechtfertigten Wüunsche und des Scheins drängender Verhältnisse, in dem was die Schule beschliesst, dasjenige erblicken mögen, was ihren Söhnen zum wahren Wohle gereicht. Wir erlau- ben uns hier nachdrücklich die Bitte zu wiederholen, uns das lästige Geschäft zu erspa- ren, vorzeitige Gesuche oder nachträgliche Reklamationen hierüber ablehnen zu müssen.
3) Es ist eine wohlbegründete Erfahrung, dass diejenigen Schüler, welche in Fleiss und Führung die besten sind, die Schule am regelmässigsten besuchen,— folglich, da Krankheit der bei weitem häufigste Entschuldigungsgrund ist, auch am seltensten krank werden. Wie bitter auch diese Bemerkung aussehen mag, so wahr ist sie doch. Noch immer wird der Schulbesuch zu oft ausgesetzt, abgesehen von den seltnen Fällen, dass sich einzelne so weit vergehen, die Schule willkürlich zu versäumen. Es wird viel zu wenig beachtet, welchen Schaden dies den Schülern in mehr als einer Hinsicht verur- sacht. Wenn die Schule die Verpflichtung hat, jede hinreichend beglaubigte Entschul- digung seitens der Eltern oder Pfleger anzuerkennen, in deren Rechte sie nicht einzu- greifen hat: so liegt diesen ihrerscits die unabweisbare Pflicht ob, auf den regelmässig- sten Schulbesuch zu halten und keine Neigung zur Versäumniss zu unterstützen. Immer- hin aber wird die Schule verlangen können, dass die Entschuldigung gründlich und aus- reichend sei, und dass in anderen Fällen vorher, in Krankheitsfällen baldigst die erfor- derliche Anzeige gemacht werde.. Wenn die Eltern aber ihre Söhne an den regelmässi- gen Schulbesuch gewöhnen, und jede Veranlassung zu nicht nothwendigen Versäumnissen entfernen, so werden sie dadurch nicht allein den Sinn für Ordnung in denselben wecken und kräftigen, sondern auch zu der Erfüllung des Wunsches, dass die Söhne möglichst rasch fortschreiten,, ihrerseits das Beste beitragen.
4) Noch viel mehr aber werden sie dazu beitragen, wenn sie die Schüler zu einer geregelten häuslichen Thätigkeit, welche dem Schulunterricht sowohl vorhergehen als folgen muss, anzuhalten verstehen und den Willen haben. Meist wird es hierin schon in früher Zeit versehen; denn frühe Gewöhnung ist der sicherste Weg dazu, weil die Thätigkeit aus eignem Antriebe erst allmälig mit der Bildung des Verstandes und der beginnenden Selbsterkenntniss erwächst. Wenn die Schule nun ihrerseits zu diesem selbstthätigen Fleiss den Knaben durch Aufgaben zu gewöhnen trachtet, indem sie die häuslichen Arbeiten, als Vorbereitung und Wiederholung, an den Schulunterricht knüpft: so muss sie hier auf die Unterstützung des Hauses rechnen, welches, wo nicht etwa eine sorgfältigere Kontrolirung möglich ist, doch unter allen Umständen zur Arbeit und zum Fleisse gewöhnen muss. Von dieser häuslichen Einwirkung, sage ich, muss die Schule das Beste erwarten: wenn dieser Fleiss mangelt, ist die Strafe, welche sie ver- hängen kann, nur ein unzureichendes Palliativ.— Die Aufgaben für die häusliche Be-


