Aufsatz 
Einleitung zu einer Kasuslehre der griechischen Sprache und Gebrauch des Akkusativ / von G. R. Hoffmann
Entstehung
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gleichsam nur verkörperte Zeit. Insofern es sich darin selbst bestimmt, ist daher jeder Zeittheil eine Besonderheit dieser Selbstbestimmung. So kann es zu jeder seiner Be- stimmungen, die in sich den Begriff irgendwelcher Dauer involviren, die begrenzte Dauer als die genauere Besonderung seines Prädikats im Akkusativ hinzufügen, sobald dieselbe mit jener Bestimmung in ununterbrochener stetiger Einheit besteht. Der Akkusativ be- zeichnet also in diesem Fall das mit der prädikativen Bestimmung identificirte Wielange, und steht in Sätzen wie: Odyss.*. 142: 5ν˙ϑια εe ά˙αμ νεεςα Ʒυ ν juᷣa α σν vöxrac*⁵⁴lνεεα. II. g. 292: Sya Hijua ueνοων. Xenoph. Cyr. VI. 3. 11:α ꝙσ⁸εε ab roirhv sαν τ ατο oντο ετ ⁰Gc ν.

b) Genitiv der Zeit.

Auch ich, der Reflektirende, kann die Zeitdauer als Bestimmung des Prädikats er- fassen, wenn das Subjekt sich als in derselben dauernd manifestirt, und somit diese Zeitdauer demselben im Genitiv beifügen. Dann steht aber das Subjekt nicht in dem eignen, selbst gesetzten und dadurch identisch gewordenen Zusammenhang mit derselben, so dass Thun und Zeit in allen Punkten durchaus in einander fallen. Das Subjekt ist vielmehr mit diesem Prädikat nur nach meinem Dafürhalten unter der Bestimmtheit die- ser Zeit. An sich ist es gegen dieselbe fremd und nur durch mein Urtheilen und Be- obachten für dieselbe gesetzt. Daher drückt der Genitiv der Dauer beim Prädikat als Bestimmung nur das allgemeine Innerhalb und Wann aus; oder den ganz losen Zusam- menhang mit dem Prädikat, der wohl in einem oder mehreren Punkten derselben statt- findet, in andern jedoch wiederum nicht. Er findet sich also in Sätzen wie: Plat. Phaed. p. 59. D.:&Ej4νονιόκν τν dενrνοoν εοσσιςα. Xen. Anab. I. 7. 18: 6 SMαM⁴ενς°ν Aœν½ᷣρ᷑,νειασασ mʒzα μεέμοον Od. y. 118: 1 Q)ãH orrort*ασρςα dπινυιαι dd' dnoleinst Xei*ιμασσοο ob ⁵οονε, und in den Wendungen uαm, Xeννμένανοο, detaννε, ννeoν, o?, mlelgrou zoövov etc. Der deutsche Gebrauch stimmt hierbei mit dem griechischen völ- lig überein. Wir sagen sehr wohl: wir essen des Abends, niemals: wir essen den Abend Brot; aber wieder: wir schlafen die Nacht.

c) Dativ der Zeit.

Die Zeit in ihrer Besonderung und Vielheit ist damit von wesentlichem Einfluss für die Selbstbestimmungen vieler Subjekte. Sie ist Tag, Monat, Jahr, Sommer, Winter u. s. w. und insofern das bestimmte Ziel, auf und für welches viele Subjekte ihr Thun hinspitzen. Dies Prädikat kann somit als die Vermittelung der Gegenseitigkeit zwischen der Zeitbe- stimmung und dem Subjekt gedacht werden. Die Zeit mit ihrer praktischen Beziehung und Forderung nimmt gleichsam dieses sich so Bestimmen des Subjekts in Anspruch. Das Subjekt ist eben nicht frei bestimmt, sondern nur für diese Zeit, und leistet in die- sem seinem Thun gleichsam nur den ihr gehörigen Tribut. Daher tritt der Dativ der Zeit zum Prädikat eines Subjekts, wenn jenes, für diesen bestimmten Zeitpunkt berech- net, ihm passend oder zukommend gedacht wird. Es ist durchaus charakteristisch, dass

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