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lässt. 1) Es bestimmt sich selbst(ist Aktivität), 2) es erhält durch mein Denken, Ur- theilen, eine Bestimmung(ist Allgemeines), 3) es wird durch die Selbstbestimmung eines Andern bestimmt(ist Passivität). Durch diese letzte Möglichkeit wird es Akkusativ bei dem Subjekt, das durch seine Aktivität diese Bestimmung an ihm vermittelt und es so- mit als deren Besonderung erfasst und setzt. Die aktiven Verba dienten dabei als die sichtbaren und hörbaren Mittelbegriffe, durch welche unser Denken die an sich auf ein- ander unbezogenen Substantiva zur geforderten logischen Einheit vermittelt. Sie selbst
. sind ihren Substantiven nicht fremd, sondern nur die adäquaten Bezeichnungen der eben
aus ihnen herauszusetzenden Bestimmung. Mit„Vater“ verbinden wir schon unmittelbar den Begriff des„Erzeugens“ und mit Kind den passiven des Erzeugtseins. Die Bedeutung der Substantiva prägt ihnen auch sogleich immer eine ganz bestimmte Aktivität und Pas- sivität auf. Inwiefern aber die Verbalbedeutungen selbst als flüssige Aktivitäts- oder Passivitäts-Bezeichnungen zu Prädikatsbestimmungen benutzt werden, können dann mit demselben Recht durch unser Denken die Substantiva, so weit sich mit ihnen unmittelbar der Begriff einer bestimmten Aktivität, Passivität oder Allgemeinheit verbindet, als Be- stimmungen für andre Wortformen gesetzt werden, und dies geschieht durch den Genitiv. Wir sagen also:„der Vater der Kinder.“„Kinder“ ist nämlich als bestimmte Passirität durch unser Denken als Bestimmung auf die an sich unerfüllte Aktivität„Vater“ zu be- ziehen. Natürlich musste dann auch für diesen neuen Gebrauch des Substantiv eine neue Form desselben geprägt werden, und diese ist der Genitiv. Es ist also der Kasus, nach welchem ein Substantiv kraft der unmittelbar in ihm liegenden Aktivität, Allgemein- heit oder Passivität, durch unser Denken und Urtheilen als Bestimmung für eine andre Wortform erfasst und gesetzt werden soll. Im Kasus selbst liegt kein Grund, ihn nur auf eine bestimmte Wortform zu beziehen, und wir finden ihn in der That mit Substan- tiven, Adjektiven, Verben, selbst Adverbien verbunden. Wie weit aber dieser Gebrauch auszudehnen sei, entscheidet der besondere Geist, die besondere Eigenthümlichkeit jeder Sprache.
§ 8.,.
Die Substantiven als Subjekte gehen in ihren Prädikaten aus ihrer durchsichtigen Einheit mit sich selbst heraus. Sie werden dadurch theils für sich in den Selbstbe- stimmungen, theils für uns in ihren Eigenschaften, aber endlich auch für einander. a giebt dem b. a giebt und bestimmt sich dadurch selbst; aber als für b. Dieses empfängt nämlich darin.„Giebt“ gilt für a also nur als dieses„geben“, wenn es für b das damit gesetzte Empfangen ist. In dem Einen Prädikat soll also eine Doppeldeutig- keit für beide Substantiva liegen, ein Geben von a, das zugleich ein Empfangen von b ist. Zwei Subjekte und deren Prädikate sind zur Gegenseitigkeit in Einem Prädikat ver- mittelt. Dies Eine Prädikat enthält jedoch in sich und seiner Form nur den bestimmten Sinn für sein erstes Subjekt ausgeprägt. Was es für das andere sein soll, muss erst durch mein Denken gefunden werden, da seine Wortform dies durchaus nicht andeutet.
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