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sie hiermit nach sofgfältigen Vorarbeiten den Freunden der Wissenschaft zur Prüfung
vorlege.
Aber auch ohne diese historische Vermittelung halte ich den hier betretenen Weg für vollkommen gerechtfertigt, ja durch die Sache selbst geboten. Alle organi- schen Gestaltuggen liefern uns den Beweis an sich, dass sie nur aus sich selbst zu einer reicheren Entwickelung ihres Lebens gelangen, und es kann die spätere Bildung niemals ohne eine genaue Erkenntniss der früheren nach Form und Bedeutung richtig verstanden werden.
Ein Sprachgebäude, in welchem der Geist Körper geworden ist, scheint mindestens denselben Bildungsgesetzen und Bedingungen der Erkenntniss zu unter- ſiegen. Thatsächlich sind nun die Kasus vor allem die ersten Erweiterungen des einfachen Satzes. Dieser und die Redetheile, aus denen er selbst besteht, sind also der Boden, aus welchem sie erwachsen sind. Von hier muss man ausgehen und eben dahin wird man immer wieder zurückkehren müssen, um zum richtigen, begrifſsmässi- gen, wie systematischen Verständniss dieser Sprachformen zu gelangen. Daurch nach- stehende Zeilen beabsichtige ich nun zunächst, eine auf diese Weise gewonnene Ein- leitung zur Kasuslehre zu bieten und sodann in der Lehre vom Gebrauch des Akku- sativ den Beweis zu liefern, wie sich dadurch dfe einzelnen Gebrauchsweisen und Er- scheinungen eben so leicht und natürlich, als systematisch ordnen und erklären. Viel- leicht wird mir bald eine günstige Gelegenheit, auch die Lehre vom Genitiv und Dativ der griechischen Sprache zu veröffentlichen.
Die angeführten Beweisstellen sind fast sämmtlich den betreffenden Werken entlehnt; neue dazu herbeizuschaffen schien mir für den in Rede stehenden Zweck weder nöthig noch förderlich.


