Aufsatz 
Einleitung zu einer Kasuslehre der griechischen Sprache und Gebrauch des Akkusativ / von G. R. Hoffmann
Entstehung
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Vorwort.

Eiae wissenschaftliche Darstellung der Kasuslehre für die griechische, lateinische wie deutsche Sprache ist bis jetzt immer noch eine ungelöste Aufgabe geblieben, und der- jenige, welcher sie von neuem zu lösen versucht, bedarf darum keiner weiteren Ent- schuldigung. Es rührt die Unzulänglichkeit der bisherigen Versuche wohl zumeist daher, dass man den Kasus, diesen durchaus nur durch und in der Sprache erwach- senen Formen, solche allgemeine Kategorien unterlegte, wie sie theils spekulative Phi- losopheme, theils empirische und lokale Verbältnisse boten. Zugleich vermied man nicht sorgfältig genug bei den betreffenden Definitionen die metaphorische Redeweise, welche allerdings für die lebhafte Anschaulichkeit ihren Reiz behauptet, dem Denken selbst aber keine bestimmten Anhaltspunkte und Grenzen darbietet. Daher reichen solche Erklärungen immer nur bald für weniger, bald für mehr einzelne Beispiele aus, niemals aber für die ganze Gebrauchsweise des Kasus. Will man aber auf dem Wege gleichwohl dies Ziel erreichen, und dies wollte man doch, so muss man unter behutsa- men Windungen gleichsam zu einer ränkevollen Thätigkeit seine Zuflucht nehmen, um das eben so vieldeutige als widerspenstige Material durch vielfache Unterscheidungen in eigentlichen und uneigentlichen Gebrauch, durch künstliche Erklärungen u. s. w. unter das allgemeine Schema zu zwängen. Mag sich der Scharfsinn dabei auch im glänzendsten Lichte zeigen können, die Sache selbst, die begriffsmässige Erkenntniss und systematische Darstellung des Stoffes, kommt dabei doch zu kurz. Wäre der Raum nicht allzu beschränkt, so genügte ich noch gern der Pflicht, diese Behauptun- gen durch die Kritik der betreffenden Werke selbst zu unterstützen, zumal es sich dabei auch historisch herausstellen würde, wie durch diese Kritik und das Fortgehen

zu den allgemeineren Bestimmungen eben die Resultate sich ergeben müssen, wie ich 1*