Aufsatz 
Der Einfall Ernsts von Mansfeld in Hessen im Jahre 1622
Entstehung
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Beilagen 1.

Forderungen Pfalzgraf Friedrichs V., die am Abend des 5. Juni 1622 durch Obriſt von Peblis dem Landgrafen Ludwig V. von Heſſen⸗Darmſtadt im Schloſſe

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zu Darmſtadt übergeben wurden. (H. A. II. Convol 66. Fasz. III. Seite 51.)

Erſtlich das S. F. Gn. verſprechen wollen bey der Kay. Maj. und ſonſtigen angehörigen orthen eines General⸗ und beſtändigen Friedens in Teutſchlandt ſambt der Reſtitution Ihrer Kön. Maj. zugehöriger ſonderlich anererbten Landes und digniteten, wie dero Vorfahren dieſelbiege beſeßen, Als ein Kayſ. Commissarius zu vermitteln und ſo viel Immer möglich befürdern zuhelfen, das nach⸗ Ihro Kön. Maj. Landt genzlich ruiniert deroſelben eine ſolche ergezlichkeit geſchehe das Sie und Ihro posteritet Ihrem ſtandt nach ſich unterhalten mögen,

Wie auch fürs ander bey ſolchem tractat Keinesweges von deprecation(Sintemahl die wider Ihro Maj. praecipitirte nichtiege Achtserklerung dadurch gleichſamb iustificirt werde.) ſondern allein von gebührender restitution zu handeln und zu reden,

.. Zum Dritten verſehen ſich Ihre Kön. Maj. freundlich. Es werden S. F. Gn. keine Bedenken tragen ſich

umb mehrer Ihrer Kön. Maj. beſchwehrung wegen dahin zu reuversiren daß Sie bey dieſem Kriegsweſen unter was ſchein undt practesef es auch ſein möge, nicht allein wider dieſelben nichts vornehmen ſon⸗ dern auch dieſer residenz Stadt ohn Ihro Maj. vorwißen und belieben nicht verreißen, da ſie aber etwan hin und wieder in Ihrem Land dero Notturft nach müſſen und ſolches Ihro von Ihrer Kön. Maj. fodl. zugelaſſen würde, das ſie ſich alsdan uf erfordern wieder freundlich einſtellen wollen, Vors vierdte Dieweil die erfahrung bishero zu Ihrer Kön. Maj. und vieler anderer unſchuldigen Stenden ohn wiederbringlichen ſchaden bezeuget, das dero gegentheill ſich ohne einigen eines jeden Ihnen Anſtendigen fortheils bishero gebraucht hat, ſo begehren Ihro Kön. Maj. ebenmeſig ganz freundlich es wolle S. F. Gn. zu künftiger Vermeidung deſſen undt damit Ihre Maj. einen Paß am Mayn zu coniungirung dero armeen haben möchten, die Veſtung Rüſſelsheimb in Ihrer Kön. Ma. ſichere hende geben gewiſſer obligation das dieſelbe der gebüer wieder einzuräumen ſchuldig ſein ſollen uff ein Zeitlang vertrauen und übergeben..

Zum Fünften werden S. F. Gn. erſucht nothwendigen Proviant an Brot und Wein(weil man ver⸗ ſpürt das dieſes Landt(Gott lob) damit reichlich geſegnet iſt) verordnen zu laſſen, deshalben man ſich das mit deroſelben uf den Nothfall gegen gebürliche Bezahlung vergleichen kann,

Vors Sechſte das ſie dero beſtalte Capitäne offizirer undt Soldaten ſo noch nicht gemuſtert ſind, abdan⸗ ken und ihnen erlauben wollen, ſich wo es Ihnenbeliebig bey Ihrer Maj. in Dienſten zu laſſen,

Wie auch vors Siebende keine neue Werbungen ohne Ihrer Kön. Maj. vorwiſſen undt bewilligung vorzunehmen,

Vors Achte, es dahin zu richten, das alle Ihre guarnisonen ſie ſeyen in was veſtungen Stäten Flecken undt orthen ſie wollen Ihrer Kön. Maj. keineswegs nachtheilig noch zu wieder ſein ſollen..

Und dieweill es ſich vors Neundte zutragen könte das Ihre Kön. Maj. dero Zurückzug durch dieſe Lande nehmen müſte, ſo wirden S. F. Gn. ſich gefallen laßen, dieſelbe zu verſichern das uf ſolchen Fall der Paß Ihro und Ihrem Kriegsvolk es ſeye imgeſambt oder trouppen weiß, ſo oft es die notturft erfordert frey und ungeſperret verſtattet von S. F. Gn. dawieder nichts gethan, ſondern vielmehr hiezu möglicher Hülfe und kauor geleiſtet werden ſoll.

Demnach auch etliche Spaniſche und bayriſche guarnisonen undt Kriegsmacht in der Nähe ſein, als wollen S. F. Gn. Ihre Kön. Maj. gleichergeſtalt verſichern das ſolche guarnisonen Ihre F. Gn. 2 dieſer Ihrer Zuſage mit nichten verhindern noch zu eigenem praetext vorgewendet werden ſollen. Damit aber ſolche Punkte alle und Jeder erfüllet und gehalten und Ihre Kön. Maj. genugſamb deſſen vergewiſſert werden möchten, ſo wird von S. F. Gn. begehret ſie wollen dero Söhnen einen mit Ihrer Kön. Maj. reißen und ziehen laſſen Inſonderheit aber Ihm ein befelch uftragen von hochver⸗ melter Ihrer Kön. Maj. nicht zu weichen bis S. F. Gn. Landſtende obgedachte Punkte mit undt neben deroſelben ratikicirt eingegangen und unterſchrieben haben.

Datum Darmſtadt, den 26. May Anno 1622.