Aufsatz 
Der Einfall Ernsts von Mansfeld in Hessen im Jahre 1622
Entstehung
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Il. Forderungen Pfalzgraf Friedrichs V. an die Räte zu Darmſtadt.

(H. A. II. Convol. 65. Fasz. V. Seite 1.)

Wir unterſchriebene Fürſtliche Landtgräfiſche Räthe zu Darmbſtadt bekennen und thun kundt, das wir dem Durchlauchtigſten Großmächtigſten Fürſten und Herrn, Herrn Friedrich König zu Böheimb Pfalzgrafen bei Rheyn und Churfürſten Herzogen in Bayern Markgraf zu Mähren Herzog in Schleßien und Lüzelburgk Markgrafen in der Ober und Niederlaußnitz verſprochen und zugeſagt haben, Verſprechen auch hiermit kräftiglich, daß wir bei dieſem izt wehrenden Kriegsweſen wieder Ihre Kön. Maj. dero Landt Leut und Kriegsvolk ſo oft es die notturft erfordert insgeſambt oder haufenweiß den freyen Paß durch dieſe Landgrafſchaft unſerer gnedigen Herrſchaft ungehindert verſtaten denſelben auch mit notwen⸗ digem Proviant, gegen gebührende Vergleichung ſoviel uns immer möglich verhelfen und das Land bieten wollen und ſollen..

Deſſen zu Uhrkundt haben wir uns mit eigenen henden unterſchrieben.

Geſchehen zu Darmſtadt den 28. May Anno 1622.

Rechtfertigungsſchreiben des Pfalzgrafen wegen der Gefangennahme Landgraf Ludwigs an oen Niederſächſiſchen Kreis.

(H. A. II. Convol. 65. Fasz. VII. Seite 195.)

Euch Hochwürdtigen Hochgeborne Fürſten freundliche liebe Oheimb undt Vettern auch wolgeborene Erſame liebe Beſondere mogen wir E. L. und auch zugleich hiemit freundlich und günſtig nicht pergen welcher geſtaldt als zuvor unſerige noch übrige von Spaniſchen und Bayriſchen Krviegsvolk nicht occupirte wenige Erblandt unſeres Churfürſtenthumbs der Pfalzgraueſchaft bey Rhein gleichwohl von beeden theilen armeen ahn Proviandt alſo außgeſogen, ſonderlich aber von unſeren gegentheilen der⸗ maßen zugerichtet undt verwüſtet worden, daß nicht allein aller orthen ahn Prouiandt nichts mehr zu⸗ finden geweßen, ſondern auch von beuorſtehender Erndeszeit ſehr wenig zu erlangen ſein würdt, zu ge⸗ ſchweigen, daß Unſerm Gegentheil mit herbeyführung nothwendiger Victualien undt andern aller vor⸗ ſchub von vielen orthen geſchieht, Uns aber dießfals alle mittel undt behelf abgeſchnitten undt entzogen werdten, undt daß wir unſere noch inhabenten feſtungen pillich hierin verſchonen auch die Zeit undt gelegenheit vorhabenter uns hoch abgetrungener defension, deßwegen wir uns mit unſeren freundlich lieben Vettern Hertzog Chriſtians zu Braunſchweig Lbd. undt derſelben unterhabenden Kriegsvolck zu coniungiren nötig befunden, aber in den Vorſorgen ſtehen müßen weil des auch Hochgeborenen Fürſten Herrn Ludwig Landgraven zu Heßen Lböd. vorigen wintern unſern auf den bein gehabten Souccurs ver⸗ hindert dieſelbe ietzmahls auch dergleichen dörfen undt die deßhalben angeſtelten impressa es anderß nicht geben wir demnach verurſacht wordten mit unſerm Kriegsvolk durch ſeine Landgr. Ludwigs Landte ein Zugk zu thun, da es dann auch deroſelben Statt Darmſtatt mit unſerm Hauptquardir betroffen in welchen uns S. Lb. wie wir verſpiehren müßen zwar ungehrn jedoch endlich von deroſelben bisher vorgeben Neutralität undt nachparſchaft gegen uns gleichwohl ni etwas zu beſcheinen uns mit Unſern Generaln officirern Leib⸗ guardi undt Dienendten gutwillig eingelaßen ‚Ob wir nun zwar auß erſten erzehlten undt keinen andern Urſachen vielweniger S. Lbd. Landgraue Ludwigs perſohn noch den ihrigen etwas wiedriges zu zuefüegen uns nacher Darmbſtatt undt ſelbigen orthen begeben, So haben wir eben uff den tag alß wir der⸗ orthen wieder aufbrechen wollen wieder alle unſere gedenken undt vorſehen erfahren müßen, daß S. Lbd abents zuvor in der mitten nacht nach dem ſie etliche zue papier geſetzte puncten, die vor angebrachte neurtalitet undt unſerer nothwendigen Verſicherung betreffendt empfangen gehapt an welche doch S. Lbd nicht gebunden ſondern von Uns nur auß freundliche Unterredung und Handlung geſtelt geweßen ohne einige gegebene antwort oder reſolution mit undt beneben ihrem zweyten Sohn durch einen heimblichen gang ſich auß dem Schloß gethan undt nachdenklicher weiß nach dem Stifft Maintz begeben wollen, darüber aber beede von den Soldaten außerhalb im feldt eine gute meihl wegs von Darmbſtatt biß dahin ſie kommen geweßen, ufgehalten undt ausgeliefert worden welche wir auch darumb zu uns genommen undt biß zu außtragk der Sachen undt erlangten beſtendigen ſichern undt durchgehenten langgewünſchten frieden oder aber anderwertliche mit S. Lbd. Vergleichung in Unſerer Verwahrung zu behalten ge⸗ denken, weil ſeine Landgr. Ludwigs Lbd ſich in vielweg, ſonderlich durch den Mühlheuſichen Schluß