Aufsatz 
Der Einfall Ernsts von Mansfeld in Hessen im Jahre 1622
Entstehung
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lagen.**) Ein ſcharfer Sicherungsdienſt nach Weſten gegen die Spanier wurde durchge⸗ führ, aber auch nördlich bis zur Mainlinie wurden Sicherungspoſten vorgeſchoben.*)

Markgraf Georg Friedrich von Baden hatte von Rusheim aufbrechend, den Rhein bei Speyer überſchritten und ſich am 30. Mai der Bewegung Mansfelds nach dem Norden an⸗ geſchloſſen. Er unterſtützte deſſen Vormarſch nach Darmſtadt zunächſt dadurch, daß er nach dem Rheinübergang Mansfelds bei Mannheim die nördliche Marſchrichtung beibehielt und in Richtung Worms vorging. Dadurch zog er die Aufmerkſamkeit Cordovas derart auf ſich, daß es Mansfeld möglich wurde, ſich überraſchend zwiſchen die ſpaniſche Reiterei, die in den Odenwald zurückwich, und die um Oppenheim ſtehende Infanterie zu ſchieben.*¹) Als ſich jedoch der Spanier gegen ihn wandte, ging er nach Mannheim zurück und er⸗ ſchien nach Ueberſchreitung des Rheins und Neckars am Mittag des 4. Juni bei Bensheim, an deſſen Weſtſeite er für dieſen Tag Biwak bezog. In Zwingenberg war ein Kom⸗ mando zum Empfang der markgräflichen Truppen bereitgeſtellt, das Vorſorge für die Verpflegung der Armee getroffen hatte u. auch genaue Anweiſungen für die Unterkunftsräu⸗ me des folgenden Tages übergab. Daraufhin wurden 8000 Brote in das Lager des Mark⸗ grafen geliefert.*) Am folgenden Morgen konnte Georg Friedrich, ohne Darmſtadt be⸗ rühren zu müſſen; über Bickenbach und Pfungſtadt ſofort in den ihm zugewieſenen Raum weſtlich von Darmſtadt einmarſchieren.

Am Nachmittage des 5. Juni bezog Markgraf Georg Friedrich im Pfarrhauſe zu Wolfskehlen Quartier, wo auch außerdem noch einer ſeiner Regimentskommandeure Un⸗ terkunft fand, der Pfalzgraf Chriſtian von Birkenfeld⸗Biſchweiler.*) Büttelborn wurde den Regimentern des bei Wimpfen gefallenen Herzog Magnus von Württemberg,*) Eſchollbrücken den Regimentern des Herzogs Wilhelm von Sachſen⸗Weimar und Goldſtein zugewieſen,) während Markgraf Karl von Baden ſich mit ſeinen beiden Regimentern in Pfungſtadt einquartierte.*) Damit war die Vereinigung der pfälziſch⸗badiſchen Streit⸗ kräfte zur Tatſache geworden, und Mansfeld konnte ſein nächſtes ſtrategiſches Ziel, die Verbindung mit der Armee des Herzogs Chriſtian von Braunſchweig, ins Auge faſſen. Am Abend des 5. Juni gebot die pfälziſch⸗badiſche Heeresleitung über eine Armee von 23 200 Mann mit 20 Geſchützen.*) An Fußtruppen ſtanden Mansfeld 12 000, dem Markgrafen 6000 Mann zur Verfügung, während die Stärke der pfälziſchen Reiterei auf 4000, die badiſche auf 1200 Reiter anzuſetzen iſt. An Geſchützen führte Mansfeld 12 und Georg Friedrich 8 Stücke bei ſich.

³⁰) Ebenda Seite 200. 3

4⁰) H. A. II. Convol. 65. VII. Seite 307. Der Keller von Roßbach an Philipp von Heſſen⸗Butz⸗ bach 25. Mai /4. Juni 1622. Darnach wurde eine pfälziſche Wache beim Riedhof unmittelbar weſtlich von Sachſenhauſen am 3. Juni beobachtet.

) Buchs Chronik Seite 353. Darnach brach tatſächlich ein großer Teil der ſpaniſchen Truppen von Oppenheim aus auf in ſüdlicher Marſchrichtung. Buch nimmt an zur Unterſtützung des Erzher⸗ zogs Leopold, in Wirklichkeit geſchah es des Markgrafen von Baden wegen.

) St. A. VIII. Convol. 26. Seite 867. Die Zwingenberger berechnen dort die gelieferten 8000 Brote mit 640 Reichstalern.

*3) St. A. VIII. Convol. 24. Seite 189 90.

44) Ebenda Seite 208.

4⁵) Ebenda Seiet 147 und 150.

¹6) Ebenda Seite 140..

*) Ueber die Stärke der Pfätziſchen Streitkräfte ſiehe: H. A. II. Convol. 65. VII. Seite 327. Bericht aus Frankfurt vom 25. Mai/4. Juni 1622. Der Pfalzgraf iſt mit etwa 12 000 Mann zu Fuß und 4000 zu Pferd in Darmſtadt. Heut ſoll Durlach dazugeſtoßen ſein.... Ueber die Stärke der ba⸗ diſchen Truppen ſiehe: ferner Zeitſchrift für die Geſchichte des Oberrheins N. F. Band 21. Seite 628. Anmerkung 2. Ueber die Anzahl der Geſchütze ſiehe: ebenda N. F. Band 26. S. 269 Anm. 4. Dar⸗ nach verfügte Mansfeld über 12 Geſchütze.