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von Goldſtein in die Stadt ein und nahmen auf dem Marktplatz Aufſtellung.“) Wäh⸗ rend ein Fähnlein in das Schloß einzog und die Schloßwache ablöſte und entwaffnete, wurden von den übrigen die Stadttore mit pfälziſchen Knechten beſetzt und ſämtliche Waffen, 400 Musketen, in Verwahrung genommen.*)—
An der Spitze eines ſtattlichen Gefolges hielt nun Pfalzgraf Friedrich mit Mansfeld ſeinen Einzug in die Stadt. Sie waren begleitet von den Herzögen Johann Ernſt und Wilhelm von Sachſen⸗Weimar, von dem Obriſt Hofmeiſter Johann Albrecht Graf zu Solms⸗Braunsfeld und dem Grafen Philipp von Mansfeld. Außerdem befanden ſich eine Reihe böhmiſcher Flüchtlinge unter den Begleitern, Albin Graf Schlick, Smil von Michalowetz und Ehrenfried von Berbisdorf, die ihren König noch nicht verlaſſen hatten. Auf dieſe folgten einige Regimentskommandeure, Generalleutnant Streiff von Lauen⸗ ſtein, die Oberſten Michael von Oberntraut, Adrian Megant und Burkhard von Wald⸗ mannshauſen. Die Eskorte wurde von 3 Kornets des Leibregiments Graf Ortenburg geſtellt, die neben den vier Fähnlein des Regiments Goldſtein in Darmſtadt einquartiert wurden. Landgraf Ludwig empfing die unwillkommenen Gäſte im Vorhofe und geleitete ſie in das Schloß. Während der Pfalzgraf mit ſeinen fürſtlichen Begleitern Qartier im Schloſſe bezog, nahm Mansfeld auf dem Rathauſe Wohnung. Das Gefolge fand in den Bürgerhäuſern der Stadt Unterkunft.
Draußen vor der Stadt wurde unterdeſſen das ganze Fußvolk auf dem zwiſchen Beſſungen und Darmſtadt gelegenen Niederfelde zuſammengezogen und biwakierte in An⸗ lehnung an die Feſtungswerke der Stadt.) Die Offiziere nahmen Wohnung in dem nahen Beſſungen. Einige von ihnen ließen Betten aus den Häuſern des Dorfes neh⸗ men, die in den Offizierszelten, welche in den Gärten aufgeſchlagen wurden, Aufſtel⸗ lung fanden.*) Zur Sicherung gegen Norden und die bei Oppenheim ſtehende ſpaniſche Infanterie wurden die Reiterregimenter in dem Raume nordweſtlich von Darmſtadt in Ortsquartieren untergebracht. Die Regimenter der Vorhut Oberntraut und Megant marſchierten auf der Geleitsſtraße nordwärts weiter und fanden in Arheilgen Unter⸗ kunft.“*) Dem Regiment Generalleutnant Streif von Lauenſtein wurde Worfelden als Unterkunftsort angewieſen; doch muß ſich noch ein weiteres Reiterregiment in die Quar⸗ tiere daſelbſt mit ihm geteilt haben. Dieſes Dorf hat etwa 1500 Reiter beherbergt.*) Wahrſcheinlich wird es das Regiment des Oberſtleutnants Ruprecht von Gyffen geweſen ſein. Klein⸗Gerau wurde mit dem Regiment des Herzogs Franz Karl von Lauenburg be⸗ legt, während die Beſatzung von Groß⸗Gerau durch das Regiment des Grafen Georg Lud⸗ wig von Löwenſtein und des Herzogs Friedrich von Sachſen⸗Weimar gebildet wurde**) Ein Teil des letzteren Regiments wurde jedoch unter der Führung des Rittmeiſters Otto Moritz von Güntherode in Trebur einquartiert und mußte ſich in dieſes Dorf mit dem Reiterregiment Claus von Linſtow teilen, ſo daß im ganzen 11 Kornet Reiter in Trebur
22) Hierüber berichten die zeitgenöſſiſchen Quellen nicht einheitlich. Der.„Summariſche Bericht“
gibt vier Fähnlein vom Regiment Waldmannshauſen an, die unter Führung ihres Kommandeurs ein⸗ gezogen ſeien, während andrere Berichte Goldſtein nennen, welches zweifelsohne richtiger iſt. Er, lag in Darmſtadt im Quartier und wird beim Einzug des Pfalzgrafen nicht mehr als Begleiter aufgeführt, während Waldmannshauſen als ſolcher genannt iſt und in Beſſungen im Quartier lag. Dazu ſiehe St. A. VIII. Convol. 24. Seite 126.
8 St. A. VIII. Convol. 26. Seite 3. Der Wert der Musketen wird dort mit 1200 Reichstalern angegeben.
54) St. A. VIII Convol. 24. Seite 123—126.
³5) St. A. VIII. Convol. 24. Seite 130.
36) Ebenda Seite 152—154.
³7) Ebenda Seite 208.
³8) Ebenda Seite 196, 197 und 207.


