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Den durchziehenden Truppen mußte Wein zur Erfriſchung gereicht werden, einer Ver⸗ pflichtung, der man durch Ausgabe von 16 Fuder Wein nachkam.) Unter Hinter⸗ laſſung einer ſtarken Beſatzung in Bensheim, die ihrerſeits der ſpaniſchen Reiterei wegen wieder ſtarke Sicherungen in das Reichenbacher und Hochſtädter Tal vorſchob, überſchritt nun am Morgen des 2. Juni die Armee die heſſiſche Landwehr.“) Nach Erfüllung ſeiner Aufgabe ſchloß ſich das Lipp'ſche Regiment dem Vormarſche an. Den Bewohnern von Zwingenberg war es nicht gelungen, das geforderte Geld zuſammenzubringen, ſo daß drei Bürger als Geiſeln mitziehen mußten.**)
Oberſt von Peblis hatte mit zwei heſſiſchen Kommiſſaren Johann Ludwig Wolff zu Karsbach und Georg Weiprecht von Wachenheim, die die Verproviantierung der durch⸗ ziehenden Truppen regeln ſollten, ſchon um 5 Uhr die Stadt Darmſtadt verlaſſen. Die Stadttore wurden auf Befehl des Landgrafen geſchloſſen, um vor Ueberraſchungen ſicher zu ſein. Kaum waren die Reiter über Beſſungen hinaus gelangt, als ſchon die Spitzen⸗ reiter der pfälziſchen Vorhut auftauchten. Sie ritten an die Schläge des Beſſunger Tores heran und begannen, ſie zu zerſchneiden.**) Von dem Tore aus ſah man dem Treiben ruhig zu, ohne etwas zu unternehmen. Bald tauchten auch an der Weſtſeite der Stadt die geordneten Fähnlein der Regimenter Oberntraut und Megant auf, denen die Fuß⸗ truppen der Vorhut, die Regimenter Goldſtein und Waldmannshauſen folgten. Sie mach⸗ ten an der nach Griesheim führenden Straße halt und nahmen zunächſt eine abwartende Haltung ein.**) Auf Anraten des Oberſts von Waldmannshauſen erwartete Peblis den Pfalzgrafen zwiſchen Eberſtadt und Beſſungen. Nachdem dieſer den Bericht über ſeine Sendung angehört hatte, ſetzte er ſich an die Spitze des Hauptzuges und ritt von der Geleitsſtraße rechts abbiegend durch das Dorf Beſſungen gerade auf Darmſtadt los. In unmittelbarſter Nähe der Stadt äußerte er die Abſicht, in der Stadt ſelbſt Quartier zu beziehen. Peblis wurde abgeſchickt, um dem Landgrafen den Entſchluß ſeines Herrn mitzuteilen. Die Regimenter der Hauptarmee bogen, nachdem ſie durch Beſſungen hin⸗ durch marſchiert waren, unmittelbar hinter dieſem Dorfe auf Befehl Mansfelds nach links in Richtung auf die weſtlich an Darmſtadt vorbeiführende Geleitsſtraße ab und machten im Niederfelde halt. Inzwiſchen ließ der Pfalzgraf auf eine Anfrage des aus dem Schloſſe zurückgekehrten Oberſts von Peblis, ob er als Freund oder Feind in Darm⸗ ſtadt einzuziehen gedenke, die Verſicherung abgeben, daß er als Freund komme. Trotzdem verzögerte ſich der Einmarſch noch, weil Pfalzgraf Friedrich auch eine ſtärkere Leibwache mit in die Stadt nehmen wollte, der der Landgraf die Unterkunft in der Stadt verwei⸗ gerte. Gegen Abend bequemte er ſich notgedrungen dazu, das nach Weſten führende Tor zur Aufnahme des pfälziſchen Hauptquartiers zu öffnen, ohne ſich zu irgendwelchen Zu⸗ geſtändniſſen bezüglich der Aufnahme von Truppen in die Stadt herbeizulaſſen. Doch marſchierten ſofort 4 Fähnlein des Leibgarde⸗Regiments zu Fuß unter Oberſt Wilhelm
— 2m]) H. A. Convol. 65. II. Seite 29. ²8) St. A. VIII. Convol. 24. Seite 175. 26) H. A. Convol. 65. II. Seite 29. 3⁰) Zum Einmarſch der pfälziſchen Armee in die Landgrafſchaft ſiehe H. A. II. Convol. 65. VII. S. 211— 16. Summariſcher Bericht wie es mit einnahm und verhörung der fürſtlichen Hofſtatt und der Obergrafſchaft Catzenelnbogen zuegangen. Verfaßt wurde derſelbe unmittelbar nach dem Abzug der Pfälzer von dem damaligen Hofprediger zu Darmſtadt Johannes Vietor(1574—1628).
ferner ſiehe dazu: A. Walther, Darmſtadt wie es war und wie es geworden. Seite 57— 62. f außerdem: Ludwig Graf Uetterodt zu Scharffenberg, Ernſt Graf zu Mansfeld. Gotha 1867. Seite 438 ff. 4 ſchließlich: Karl Freiherr von Reitzenſtein, Der Heldzug des Jahres 1622 am Oberrhein Zeit⸗ ſchrift für die Geſchichte des Oberrheins. Neue Folge Band 26. Heidelberg 1911. Seite 267 ff. 31) H. A. II. Convol. 65. VII. Seite 213..... die ſich hinder den Weinberge und Holzgarten


