Aufsatz 
Der Handfertigkeitsunterricht im Anschluß an die Physik an der Großherzogl. Realschule zu Michelstadt
Entstehung
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14 cm langer Faden, der aus einem Roggenſtrohhalm zwirnfadendick geſchnitten iſt, eingeleimt. Da der Strohhalm ſich krümmt, muß bei dem Einfügen des Zapfens darauf Rückſicht ge nommen werden, daß der Einſchnitt ſchief zu den Kanten des Brettchens ſteht. Eine bogen förmige Skala mit willkürlicher Einteilung wird unter dem Ende des Strohhalms angeleimt und ſoll nur dazu dienen, Zunahme oder Abnahme des Feuchtigkeitsgehalts der Luft beobachten zu laſſen. An einer Oſe an der Rückſeite des Brettchens kann der Apparat aufgehängt werden.

Wird Papier als hygroſkopiſcher Körper benutzt, ſo wird ein Papierſtreifen von ½ cm Breite ſpiralförmig auf eine Glasröhre von etwa ½ em Durchmeſſer gewunden und an ſeiner Außenſeite mit Schellackfirnis beſtrichen. Iſt der Firnis getrocknet, ſo kann die Spirale von der Röhre abgezogen werden, ohne daß ſie ihre Form ändert.

Die Spirale wird mit dem einen Ende an einen Kork angeleimt, an ihrem anderen Ende wird ein Papierzeiger ſenkrecht zur Achſe der Spirale befeſtigt. In ein quadratiſches Brettchen von 12 cm Kante, auf dem eine kreisförmige Skala aufgeleimt iſt, wird im Mittel punkte eine Stricknadel eingelaſſen, auf welche der Kork mit der Papierſpirale aufgeſteckt wird, ſo daß die Stricknadel in der Achſe der Spirale ſteht. Die Strohhalmhygroſkope zeigen größere Empfindlichkeit als die Papierhygroſkope.

Kryſtallmodelle. Dieſelben werden aus Meſſing⸗ oder Rheotandraht von 1 mm Dicke gebogen und an den Ecken verlötet. Werden Achſen eingezogen, ſo werden dieſelben aus dünnem Meſſingdraht dargeſtellt. Es werden verfertigt: Würfel, Octaeder, Tetraeder und Rhomboeder. Namentlich iſt die Anfertigung des letzteren zu empfehlen, da die eingeſpannten Achſen die Zugehörigkeit der Rhomboeder zum hexagonalen Syſtem zeigen.

Manometer.(Fig. 4.) In die Mitte eines quadratiſchen Brettchens von etwa 12 cm Seitenlänge, an welches 4 kleine gedrehte Füßchen eingeleimt ſind, wird ein rechteckiges Brettchen, von 8 cm Breite und 22 cm Höhe, eingelaſſen. Eine Centimetereinteilung, abwechſelnd aus ſchwarzen und weißen Feldern auf Papier gezeichnet, wird auf das rechteckige Brettchen aufgeleimt und eine u⸗förmige, ungleichſchenklige Glasröhre, die an dem kürzeren Schenkel noch mals rechtwinklig abgebogen iſt, und deren längerer Schenkel entweder offen oder geſchloͤſſen iſt, mittels zweier kleinen Meſſingbügel und Stiftchen daran befeſtigt. Das Röhrchen wird ſo eng gewählt, daß eine kleine Menge Queckſilber zur Fertigſtellung des Apparates genügt.

Der Thürhebel.(Fig. 5.) Er wird dazu benutzt, Thüren aus den Angeln zu heben und dann in einer ſolchen Lage zu halten, daß man die Angeln ſchmieren kann. Die Zeichnungen Fig. 1. J, II, III ſtellen das Inſtrument von unten, von der Seite und von oben geſehen dar. Die Vorrichtung wird aus gut trocknem Buchenholz gemacht. Es wird zunächſt ein vierſeitiges Prisma in den Maßen 46:4,5:3,5 cm gehobelt. Dasſelbe wird dann, wie Fig. 5. II zeigt, an dem einen Ende rund geſchweift, an dem anderen abgeſchrägt und von dieſem abgeſchweiften Ende an eine Nute herausgearbeitet, von 28 cm Länge und 2 em Tiefe und Breite(Fig. 5. I. d). Das abgeſchrägte Ende wird dann zu einem Griff(Fig. 5, II!) ausgearbeitet. In dieſer Nute liegt ein quadratiſch prismatiſcher Stab von 25 cm Länge, der mit einem Schlitz verſehen iſt und ſich leicht in der Nute ſchieben läßt. Die Bewegung des Stabes geſchieht mit Hilfe eines Knopfes b, der durch einen 10 cm langen Schlitz a des äußeren Prismas geht. Ein Zapfen c, der durch den Schlitz des verſchiebbaren Stabes in dem Prisma eingeleimt iſt, dient dem verſchiebbaren Stabe als Führung.

Wird das geſchweifte Ende unter eine Thüre geführt und der Fuß auf den Griff geſetzt, ſo läßt ſich die Thüre leicht heben und durch Vorſchieben des Stabes in der Höhe halten.