Die gefertigten Apparate.
Das Thermometer. Der Schüler erhält eine Thermometerröhre mit angeblaſener Kugel und Fülltrichter geliefert. Zunächſt wird mittels eines Queckſilberfadens unterſucht, ob die Röhre gleiches Kaliber in der ganzen Länge hat, und dann beginnt die Füllung durch Erwärmen und Abkühlenlaſſen von Kugel und Rohr. Es iſt von vornherein darauf aufmerk⸗ ſam zu machen, daß auch das Queckſilber im Fülltrichter zu erwärmen iſt, da ſonſt beim Ein— fließen des Queckſilbers die Röhre leicht ſpringt. Iſt die Kugel etwa dreiviertel gefüllt, dann wird das Queckſilber in derſelben zum Sieden erhitzt und die Röhre ſich ſelbſt überlaſſen. Die über— ſchüſſige Menge Queckſilber kann leicht durch Erwärmen entfernt werden. Nachdem eine vorläufige Siede⸗ und Gefrierpunktsbeſtimmung zeigt, daß die Queckſilbermenge die richtige iſt, wird das Thermometer zugeſchmolzen. Dies beſorgt der Lehrer, da den Schülern jede Uebung im Glasblaſen fehlt, und auch Verſuche, die Schüler Glas blaſen zu lehren, wohl auch infolge Zeitmangels nicht günſtig ausgefallen ſind. Nun werden Siedepunkt und Gefrierpunkt beſtimmt, indem das Thermometer in den Hals einer Kochflaſche, in welcher deſtilliertes Waſſer zum Sieden erhitzt wird, eingehängt wird. Der Siedepunkt wird durch einen Strich mittels Tuſche und Zeichenfeder markiert. Zur Beſtimmung des Gefrierpunktes kommt das Thermo⸗ meter in ein Waſſerglas, in dem haſelnußgroße Stücke Eis mit wenig Waſſer vermiſcht ſind. Der Gefrierpunkt wird ebenfalls markiert. Der Abſtand der Fundamentalpunkte wird auf den Bogen eines Zeichenblocks übertragen und in 100 Teile geteilt; die Teilſtriche werden dann mit Tuſche und Ziehfeder ausgezogen. Um Skala und Thermometer zu befeſtigen wird ein Brettchen, gut eignet ſich dazu Lindenholz, zugerichtet, mittels eines Grabſtichels längs der Mitte mit einer Rinne verſehen und zur Aufnahme der Kugel durchbohrt. Aus dem Papiere, auf dem die Skala gezeichnet iſt, wird ein Streifen von der Breite und Länge der Röhre und ein Kreis, entſprechend der Kugel, ausgeſchnitten und das Papier auf das Brettchen geleimt. Zwei kleine Bügel aus Meſſingblech, die mit feinen Stiftchen aufgenagelt werden, halten das Thermometer am Brette feſt.
Gabel-Elektroſkop von Buſch.(Poske, Ztſchr. f. d. ph. u. ch. U. X., S. 247.)
Bei der Anfertigung dieſes Apparates wird aus Gründen der Wohlkfeilheit inſofern von den Angaben in„Poske“ abgewichen, als der Fuß des Inſtrumentes aus einem runden Brettchen gemacht wird. In dieſem Brettchen ſtecken zwei enge Glasröhrchen, in welche die Drahtgabel eingekittet iſt. Beim Gebrauch wird das Inſtrument auf ein trockenes Waſſerglas geſtellt. Zum Einkitten der Drähte in die Röhrchen hat ſich Bleiglättekitt bewährt. Es wird Bleiglätte möglichſt fein verrieben und mit Glycerin zu einem dicken Brei angerührt. Mit dieſem Kitt laſſen ſich auch die Röhrchen in das Holz einkitten. Der ſonſt ſehr zu empfehlende, im Chemiker-⸗Taſchenbuch für 1899 angegebene Bleiglyceratkitt(50 Bleiglätte mit 6 cem einer Miſchung von 10 Vol. Glyxcerin und 4 Vol. Waſſer) erhärtet zu raſch, um ihn zum Kitten der Drähte in die Röhrchen verwenden zu können. In letzter Zeit wird die Draht⸗ gabel mit Siegellack in das Brettchen gekittet. Zu dieſem Zwecke werden in das Brettchen zwei runde Gruben gebohrt und dieſe mit geſchmolzenem Flaſchenlack ausgegoſſen, in welchen dann die Gabel, ſo lange der Lack noch dünnflüſſig iſt, eingeſteckt wird.
Hygroſtop.(Fig. 2.) Ein viereckiges Brettchen 12:18:1 cm wird mit einem Zapfen verſehen, in welchem ein ſchmaler Schlitz eingeſchnitten iſt. In dieſen wird ein 13 bis


