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an der Drehbank ſind die erſten Arbeiten; doch wird gleich darauf Rückſicht genommen, daß die verarbeiteten Stücke bei dem Bau von Apparaten ſpäter auch Verwendung finden.
Der zu verfertigende Gegenſtand wird von dem Lehrer aus freier Hand im Grund— und Aufriß mit den angegebenen Maßen jedem Schüler entworfen in der Art, wie auf der am Schluſſe angehefteten Tafel angegeben, ſo daß der Schüler lernt nach Zeichnungen etwas zu verfertigen. Dadurch iſt auch eine Verbindung des Handfertigkeitsunterrichts mit der dar⸗ ſtellenden Geometrie gegeben.
Das Löten lernen die Schüler dadurch, daß ſie zunächſt kurze Stücke Meſſingdraht zuſammenlöten. Statt Meſſingdraht wird hier und bei anderen ſpäter zu erwähnenden Löt⸗ arbeiten häufig Rheotandraht benutzt, der ſich ſehr gut löten läßt und ſchön blank bleibt. Gewöhnlich wird ein etwa 30 cm langer Meſſingdraht, der an dem einen Ende ſpitz gefeilt wird, am andern Ende kreisförmig umgebogen und dieſe Schleife, von der Oeffnung, daß man bequem einen Finger hindurchſtecken kann, verlötet. Etwa ein Centimeter von der Spitze entfernt wird eine kleine kreisförmige Meſſingſcheibe von 3—4 em Durchmeſſer, durch deren Mitte der Draht geführt iſt, angelötet(Fig. 1). Auf der Spitze wird ein kleines Stückchen einer Kerze befeſtigt, ſo daß die Vorrichtung bequem zum Unterſuchen der Brennbarkeit von Gaſen u. dergl. benutzt werden kann.
Um den Holzteilen ein gefälliges Ausſehen zu geben, werden dieſelben entweder lackiert oder mit einer ſchwarzen Beize verſehen, wie ſie zum Schwärzen von Schultafeln im Handel iſt. Bewährt hat ſich die unter dem Namen Tamponin von Leopold Müller, Berlin N., Pappel⸗Allee, in den Handel gebrachte Beize.
Bei der Auswahl der zu fertigenden Gegenſtände wird darauf Rückſicht genommen, daß alle Teile von dem Schüler ſelbſt ausgeführt werden und der Koſtenpreis des verwandten Materials ſich möglichſt niedrig ſtellt. Trotzdem muß der Apparat nach ſeiner Fertigſtellung ein gefälliges Ausſehen haben. Da die fertigen Apparate dazu beſtimmt ſind, die Schüler zum häuslichen Experimentieren und Beobachten anzuregen, iſt die Zahl der zu fertigenden Gegen⸗ ſtände eine beſchränkte.
Bis jetzt wurden folgende Apparate von den Schülern gebaut:
1. Thermometer, 11. Apparat zum Nachweis des Reflexions⸗ 2. Gabelelektroſkop nach Buſch, geſetzes,
3. Hygroſkop, 12. Apparat für Luftſtrömungen,
4. Kryſtallmodelle, 13. Gekrümmter Spiegel aus ebenen Spiegeln 5. Manometer, zuſammengeſetzt,
6. Thürhebel, 14. Gnomon,
7. Cardaniſche Aufhängung, 15. Briefwage,
8. Apparat für Thermoſtrom, 16. Apparat für das ſtabile Gleichgewicht, 9. Photometer verſchiedener Art, 17. Durchſchnittsmodell der Schieberſteuerung. 10. Spirale nach Petrina,
Die Reihenfolge, nach welcher die Apparate hier zuſammengeſtellt ſind, iſt bedingt durch die Häufigkeit der Anfertigung. Die vier erſten werden ziemlich von allen Schülern eines Jahrgangs verfertigt. Von den andern wird je nach Geſchicklichkeit des Schülers der eine oder andere ausgeführt, am häufigſten die Nummern 5—8. Ein Thermometer wünſcht gewöhnlich jeder Schüler zu fertigen, auch iſt große Vorliebe für die Gegenſtände, bei denen der Lötkolben Verwendung findet, vorhanden.


