Aufsatz 
Der Handfertigkeitsunterricht im Anschluß an die Physik an der Großherzogl. Realschule zu Michelstadt
Entstehung
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Cardaniſche Aufhängung.(Fig. 3.) Aus Rheotandraht werden zwei Quadrate von 14 cm und 12 em Seite gebogen und verlötet. In der Mitte jeder Seite des größeren Quadrats werden kleine Drahtringe a, b, c, f von etwa 3 em Durchmeſſer, ſenkrecht zur Ebene des Quadrates und parallel zur entſprechenden Seite, angelötet. In der Mitte c und d je zweier gegenüberliegenden Seiten des kleinen Quadrates werden Drähte angelötet, die durch 2 entſprechende Ringe des größeren Quadrates geſteckt ſind. Um ein Hin- und Hergleiten des kleinen Quadrates zu vermeiden, werden an einem der Drähte, die durch die Ringe gehen, zu beiden Seiten eines Ringes kleine Meſſingblättchen von etwa 3 mm Durchmeſſer angelötet. Ein Draht, deſſen Form der Aufriß Fig. 3 zeigt, wird an den 2 Seiten des kleinen Quadrates aufgehängt und durch einen Tropfen Lot gehalten. Das untere Querſtück trägt eine Meſſingplatte, auf der ein kleines Stückchen einer Kerze ſteht. Mit den noch freien beiden Ringen des großen Quadrates wird die ganze Vorrichtung an zwei Häkchen aufgehängt, die in kleinen Pföſtchen(10 cm hoch, 2 em dick) ſtecken, welche in einem Brett(25: 16) mit Füßchen eingelaſſen ſind.

Apparat zum Nachweis des Thermoſtroms.(Stein der Weiſen 1895, Bd. II S. 320.) Aus dünnem Rheotandraht(etwa ½ mm dick) wird ein Ring gebogen und derſelbe zuſammen⸗ gelötet. Man bringt nun eine Anzahl Spangen etwa 1220 cm aus dünnem iſoliertem Kupferdraht durchmeſſerartig in der Weiſe an, daß jeder ſolcher Durchmeſſer von dem andern iſoliert iſt, mit dem äußeren Ende um den Ring gewickelt und an dieſer Stelle mit letzterem hart verlötet wird. Eine dieſer Speichen erhält in ihrem Mittelpunkte, der ziemlich der Mittelpunkt des Rades iſt, ein kleines Scheibchen aus Meſſingblech mit Siegellack angekittet, in deſſen Mitte mittels eines ſtumpfen Nagels eine kleine Vertiefung eingeſchlagen worden iſt. Mit dieſer Vertiefung wird das Rad auf einen ſpitzen Draht, der in einem Holzfuß eingelaſſen iſt, aufgeſetzt. Das Gleichgewicht wird am ſchnellſten gewonnen, indem man kleine Papierfähnchen mittels dünner Drahthäkchen an die Speichen verteilt. Das Rad wird an einer Lötſtelle mit einer Spiritusflamme erhitzt, während ein Hufeiſenmagnet an die diametral gegenüberliegende Stelle des Rades gehalten wird, ſo daß dasſelbe ſich zwiſchen den Polen drehen kann. Das Rad beginnt alsbald zu rotieren.

Photometer.(Fig. 6.) In einem Brett aus Buchenholz 75:26:22 cm werden drei Schlitze, von je 1 em Breite,(Fig. 6, I.) eingeſchnitten, ſo daß ſie von Mitte zu Mitte 6,5 cm von einander entfernt ſind. 1 cm vom Ende der Längsſeiten entfernt werden zwei viereckige Pfoſten, a und b, von 25 cm Höhe und 3:1 Querſchnitt angebracht, die mit Nuten verſehen ſind. Um die Pfoſten in paralleler Stellung zu erhalten, werden dieſelben an ihrem oberen Ende durch eine kleine Leiſte verbunden. An den Außenſeiten der beiden äußeren Schlitze ſind Centimetereinteilungen angebracht, deren Zahlen von der Mitte der Nute an gezählt werden. Zu beiden Seiten des mittleren Schlitzes ſind Scalen aufgeklebt, deren 0 Punkt in der Mitte liegt, und die ebenfalls in em eingeteilt ſind. Die Schlitze bilden die Führungen für Schieb⸗ vorrichtungen, auf welche die zu vergleichenden Lichtquellen geſtellt werden. Dieſe Schieb⸗ vorrichtungen(Fig. 5 f) beſtehen aus einem quadratiſchen Brettchen von 6 cm Seite, in welchem auf der Unterfläche in eine Nute eine ſchmale Latte von 2 ½ cm Breite und 65 cm Länge ein⸗ gelaſſen iſt. In die Unterſeite des Brettchens iſt ein kleiner Zapfen eingeleimt, der in den Schlitz geht, während kleine etwa 1 cm hohe Zapfen, in der Figur mit 2 bezeichnet, zu beiden Seiten der Schlitze ein ſeitliches Ausgleiten der Latte verhüten. Die ganze Vorrichtung iſt an der Unterſeite mit Flanell beklebt, um ein Abſcheuern der Scalen zu vermeiden.

Bouguer'ſches Photometer. In die Nuten der Pfoſten wird ein Brettchen eingeſchoben, welches zwei kreisförmige Ausſchnitte von 4 cm Durchmeſſer hat, deren Mittelpunkte um den