Aufsatz 
Frankreich und seine Bevölkerung / von L. Hölting
Entstehung
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Provence.

An der ganzen Küste hatten sich Griechen niedergelassen, in Massilia, Tauroention, Laurion, Olbia(Eaube), Monoicos(Monaco), Athenopolis, Antipolis(Antibes), Nikaia(Nice). Hinter diesen wohnten Aram.-Ligures, vermischt mit Galliern(Deceates, Oxibii, Segobrigii, Suetrii, Vulgientes u. s. w.). Durch die Bewohner von Massilia gerufen, liessen sich die Römer in der Provence nieder und gründeten Aquae Sextiae(Aix). Zu diesen südlichen Elementen, welche durch gallischen Einfluss grosse Veränderungen erlitten hatten, kamen die Germanen: Vandalen, Heruler, Burgunder, Alemannen, Lombarden, Ostgothen und West- gothen. Die Nachbarschaft Italiens war wegen der häufigen Einwanderungen von dort her für die Provence gefährlich. Auch von den Sarazenen wurde sie ausgeplündert; diese setzten sich in Fraxinet fest(jetzt la Garde-Freinet im Golf Saint-Tropez) und besetzten die Zugänge zu den Alpenpässen.

Die arabischen, spanischen und griechischen Einwanderer haben mehr Spuren als die deutschen in dieser Grafschaft hinterlassen, die zwar dem Namen nach lange Zeit zu Deutschland gehörte, in der That aber wegen ihrer zu grossen Entfernung vom Reich unabhängig plieb.

Ueber die Sprache, die bekanntlich früher als Schriftsprache eine hohe Bedeutung gehabt hat, fügen wir nur Weniges hinzu. Wir erinnern an die grosse Zahl Romane eines Gérard de Roussillon, Rénaud de Montauban, Fierabras u. s. w., die sirventes, causò oder chants d'amour der Troubadours, deren beste Vertreter Limousin, Auvergne, Guyenne und Provence aufzuweisen haben. Von der alten Schriftsprache findet sich nur ein sehr francisirtes Patois noch. Die Kreuzzüge des Nordens gegen den Süden, sowie die von Louis IX. und François I. erlassenen Verbote, die langue d'oc officiell zu gebrauchen, haben dem Lande mit seiner politischen Bedeutung auch die schöne Sprache geraubt.

Die Provençalen sind im Ganzen Leute mittlerer Grösse, ihre Gesichtsfarbe ist dunkel, Kopf und Stirn ziemlich niedrig, Haare braun oder schwarz, Augen gross und schwarz, Gesichtszüge lebhaft. n

Es sind lustige, oft ausgelassene Leute, gutmüthig, aber auffahrend. Zugleich sind sie als Schwätzer, die gern übertreiben, bekannt. Während in Marseille ausgedehnter Handel und Schifffahrt viel Leben herbeiführt, sind die Provinzialstädte todt und ihre Bewohner schlaff und verweichlicht. Die Provence hat gute Soldaten(Crillon, Massena), tapfere Seeleute(Suffren), vor Allem treffliche Redner hervergebracht(Massillon, Fléchier, Mascaron, Maurxy, Mirabeau, Thiers).

Dauphiné. Das gallische Volk der Allobrogen, welches zu keiner Conföderation gehörte unq

Hauptstadt Vienne und die Städte Genf und Grenoble besass, war sehr kriegerisch und mächtig. Es unterstützte den Hannibal beim Uebergange über die Alpen und musste sich,