Aufsatz 
Frankreich und seine Bevölkerung / von L. Hölting
Entstehung
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Languedoc.

Ein Theil der spanischen Aramäer, durch die eindringenden Gallier zurückgetrieben, wanderte aus und besetzte auf seinem Zuge nach der Küste des mittelländischen Meeres Languedoc, Provence und das nördliche Italien. Ihr gemeinsamer Name, ehe sie aus Spanien abzogen, war Ligures(Lli-Gor d. h. Bergvolk im euskara), im Languedoc waren die Bebryces oder Elesyces ihre Nachkommen.

Die Ligurer, deren Vorort Genua war, waren trotzige und ungesellige Leute, welche aus Liebe zur Abgeschlossenheit und Unabhängigkeit in einzelnen Gemeinden getrennt von einander lebten. Auf den Meeren waren sie von den Kaufleuten, den Karthagern und Etruskern, gefürchtet; das ganze ligurische Küstenland wimmelte von Seeräubern. Kymris drangen durch die Gallier hindurch und unterwarfen die Bebryces. Es waren dies die Volces, Tectosages im Westen(Toulouse), Arecomici im Osten(AOso μ Land des Ares, von den Griechen so genannt wegen des kriegerischen Charakters der Einwohner). Die Hauptstadt der letzteren war Nemausus(Nimes), kymrisch Neimheid= heiliger Ort. Sie stritten oft mit Vortheil gegen die Römer, die Marseille vertheidigten. Die Tectosages waren arbeitsam und reich, sehr tapfer und unternehmend. Wir finden eine Bande derselben bei der Plünderung des delphischen Tempels wieder, andere liessen sich in Kleinasien nieder. Eine Zeitlang gingen sie in Oberitalien mit den Römern einen Bund ein, als aber eine neue Schaar Kymris ankam, die von Marius vernichtet wurde, erklärten sie sich für ihre Brüder.

Das Land um Toulouse herum wurde durch die Griechen und Römer colonisirt. Der römische Typus ist vollständig im Languedoc noch erhalten. Nimes erhielt eine griechische Colonie von Marseille, vielleicht hatten schon die Phönizier eine solche dorthin geschickt. Das phönizische Element war jedoch nicht geeignet, sich mit einem fremden zu ver- mischen. Die Phönizier wurden durch griechische Seeleute vertrieben, die der Rhône ihren Namen Podavég gegeben und eine Stadt Podaνouciæ in der Camargne gegründet haben. In Agade(Ayον ri*ν, Colonie von Marseille an der Mündung des Hérault) zeigt sich das griechische Element noch sehr stark, vor Allem gibt es an der Grenze des Languedoc und der Provence ausgezeichnete griechische Typen. Die Schönheit der Bewohnerinnen von Arles ist sprichwörtlich. Es finden sich in dieser Stadt der griechische, römische und arabische Typus unvermischt nebeneinander. Tarascon und Beaucaire sind griechisch, Narbonne ist römisch, Stadt der Alacini(Alax, Fluss Aude), Handels- und Militärhauptstadt der Römer. Narbonne, Toulouse, Béziers und Perpignan sind ebenfalls durch die römischen Colonieen bevölkert worden.

Dieser ganze Landstrich hat viel durch die Plünderungen der Sueven, Alanen und Vandalen gelitten. Als die Westgothen bei Vouillé durch die Franken besiegt waren, be- hielten sie Septimanien(Languedoc), wo sie sich mit den Römern, Kymris und Aramäern vermischten. Zu dieser bunten Masse kam noch das arabische Element, welches sich in Carcassone, Béziers, Agde, Lodèce, Nimes und Montpellier, namentlich aber in Narbonne festsetzte. Noch viele arabische Gesichtszüge sind dort zu finden. Die Normannen dagegen machten nur kurze Einfälle, ohne sich dauernd niederzulassen. Auch die Bevölkerung des