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beuf(Wohnung): Quillebeuf, Criquebeuf— fleur(flod, fleuve[Fluss])): Honfleur, Harfleur. Der normännische Dialect fand eine sehr weite Verbreitung, durch ihn nahm die französische Sprache eine feste Gestalt an, als er über die anderen Dialecte triumphirte und nach Maine, Isle-de-France, Bretagne, Anjou und Vendée vordrang. Er ging mit Wilhelm dem Eroberer über den Canal und trug zur Bildung der heutigen englischen Sprache bei. Die waghalsigen und abenteuerlichen Seezüge der normännischen Kaufleute und Eroberer verbreiteten die französische Sprache nach Portugal, Italien, Sicilien und weiter. Zuletzt kam sie mit den französischen Ansiedlern nach Canada, wo sie sich selbst- ständig weiter entwickelte. Malherbe und Corneille, beide aus der Normandie gebürtig, trugen wesentlich zur Befestigung der französischen Sprache bei. Das heutige normand ist ein Patois, und die Sprache in den Städten unterscheidet sich wesentlich von der an der Küste und in den Dörfern gebräuchlichen. Rein hat sich der Dialect auf Jersey erhalten, woselbst er einen schleppenden, klagenden Ton angenommen. Einzelne ganz eigenthümliche Erscheinungen finden sich, z. B. hat sich das scandinavische Idiom bis in's elfte Jahrhundert in le Bessin(Bayeux) erhalten. In der Nähe von Dieppe liegt ein Dorf, le Pollet, dessen Bewohner sich durch eine sehr weiche Aussprache und malerische Costüme auszeichnen. Man vermuthet, dass es eine venetianische Colonie sei.
Flandern.
Die Flamländer sind stämmige, im Allgemeinen über französisches Mittelmass hinaus- ragende Gestalten von heller, gesunder Gesichtsfarbe, mit ovalem Kopfe, gerader Nase und grossem Munde. Dies Alles, sowie ihr rundes Kinn, die blonden Haare und blauen Augen verrathen, dass kein Tropfen römischen Blutes in ihren Adern fliesst. Es sind gutmüthige, einfache Leute, ein wenig kalt und schwerfällig, aber offen und ehrlich. Sie zeigen grossen Muth, aber nicht etwa aus Leidenschaft, sondern aus Politik. Durch ihren Fleiss und ihre Mässigkeit haben sie es zu grossem Wohlstand gebracht, Ackerbau und Industrie stehen auf einer hohen Stufe der Cultur.
Bevölkert durch Kymris, die sich unvermischt erhalten hatten(Morini, Nervii, Menapii), wurde das Land nur mit grossen Schwierigkeiten von Cäsar unterworfen, der kymrische Name aber hat sich in Cambrai(Cameracini) erhalten. Unter den Franken kam die Land- schaft zu Neustrien, und Karl der Grosse deportirte 6000 Sachsen hierher(Saint-Omer). Nachdem es in den hundertjährigen englisch-französischen Streit verwickelt gewesen, kam Flandern an Frankreich, wurde dann mit Holland zu den Niederlanden vereinigt und endlich selbsständiges Königreich. Von diesem wurde der zwar kleinste, aber reichste und beyölkertste Theil getrennt und gehört jetzt als Norddepartement zu Frankreich.
In den südbelgischen Provinzen wird das Wallonische gesprochen, ein wesentlich französischer Dialect, der zur langue d'oil gehört und sich dem Picardischen nähert. Er entlehnt nur wenige Wörter dem Deutschen, während das Flämische im belgischen Theil von Flandern ganz germanisch ist, wie das verwandte Holländische. Dieser flämische Dialect dringt bis nach Dünkirchen in Frankreich vor.


