Aufsatz 
Frankreich und seine Bevölkerung / von L. Hölting
Entstehung
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In keinem Lande Europa's hat sich eine ursprünglich so buntgemischte Bevölkerung zu einer so glücklichen Mischung vereinigt. In dem von der Natur gesegneten Lande und unter seinem milden Klima vollzog sich die Vereinigung der verschiedensten Völkerstämme rasch und leicht. Besonders hervorstechende Eigenthümlichkeiten, hauptsächlich in der Sprache, zeigen sich nur noch an den Grenzen, sôo nach Deutschland, Belgien und den Pyrenäen hin, ausserden im Innern in der Bretagne. Das Verhältniss der Völkerstämme, welche sich durch eigenthümliche Sitten und Sprache von der Masse der eigentlichen Franzosen noch unterscheiden, ist etwa folgendes: Wallonen im Norden 5%, Deutsche im Norden 5%, Bretonen in der Bretagne 3%, Italiener im Südosten 1%, Basken in den Pyrenäen 0,4%, Israeliten 0,5%, Zigeuner und Cagots 0,1% der Gesammtbevölkerung. Die übrigen 85%, also den Grundstock der Bevölkerung, bildet der französische Stamm, aus der Mischung von Galliern, römischen Ansiedlern, normännischen und fränkischen Eroberern entstanden.

Die chronologische Reihenfolge der früheren Einwanderungen möge die folgende kurze Uebersicht derselben veranschaulichen:

1. Aramäer(Basken). Sie sassen zuerst im südlichen Pran kroiohl. haben die Augen und Haare des Volkes dunkler gefärbt und durch ihre Mischung mit den Aryas- Galli und Kymris den Wuchs desselben verkleinert. Zugleich haben sie dem fran- zösischen Geiste eine Lebhaftigkeit verliehen, wie sie weder den Galliern noch den Germanen eigen war. lag Galli oder Celtae. 2. Kryas K b ymris. X3. Griechische(ionische) Lolouten: Marseillo, Noneucs. Nizza, acjes Antibes, Arles (Oædirn), Hydères, Eaube, Avignon. Diese Colonieen verbreiteten im ganzen südöst- bann lichen Frankreich grischischen Geist und griechisches Blut. Daher sich auch noch immer zahlreiche Beispiele klassischer Schönheit und grosser Beredsamkeit dort unter dem Volke finden. 1 4. Römische Colonieen. Die ersten römischen Colonieen wurden in Languedoc gegründet, so Narbonne, dann in der Provence Aix etc, Die immer mehr um sich greifende Colonisation führte zahlreiche römische: Elemente ein. 914 5. Germanen oder sogar Slaven(Alanen, Yandalen, Sueven), welche nur durch Frankreich hindurchzogen. 6. Germanen, welche dauernd ihren W ohnsitz 3 Lande nahmen: Burgunder, Gothen, Franken. 8 7. Normannen in der Normandie. trn. 5 8. Lombarden in der Provence. 9. Araber in der Bourgogne.

Vor der Eroberung des Landes durch die Römer sind also vier Sprachen in Gallien gesprochen worden: 1) euskara im Südwesten(Basken), von dem noch geringe Spuren im heutigen Französisch zu entdecken sind, z. B. ennui von enoc(Spanisch enojo); 2) griechisch im Südosten, von dieser Sprache finden sich Nachklänge in der langue d'oc; 3) die gallische oder celtische Sprache im Osten und im Mittelpunkt; ie wird noch in einem Theile