Aufsatz 
Frankreich und seine Bevölkerung / von L. Hölting
Entstehung
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ungewiss, und wir können zwischen ihnen und dem kymrischen Stamme eine Verwandtschaft nicht feststellen. A

Nach der Unterwerfung auch des celtischen und belgischen Galliens durch Cisar bricht sich die römische Civilisation schnell Bahn, und zahlreiche Colonieen werden gegründet. Zuletzt, als Rom nicht mehr im Stande ist, die Grenzen Galliens zu schützen, dringen die Germanen über den Rhein und fügen ein neues Element zu der ohnehin schon sehr gemischten Bevölkerung hinzu. Bleibenden Wohnsitz in Frankreich nahmen jéedoch nur die Burgunder, Gothen und Franken, über welche drei Völkerstämme wir kurz Folgendes bemerken:

Die Burgunder hatten einen länglichen Schädel, waren sehr gross(am. 07) und zeigten eine stark entwickelte Muskulatur. Sie zeichneten sich durch sanftes und gefälliges Wesen aus. Der burgundische Stamin hatte sich bei seiner Ankunft in Europd zwischen Weichsel und Oder niedergelassen, in den heute von Slaven bewohnten Strecken. Als die Gothen(Gepiden) ihnen ihr Land abnahmen, wanderten sie zum Theil nach Norden, sogar bis auf die Insel Bornholm, zum Theil westwürts nach Gallien, von wo sie durch die Römer vertrieben wurden. Sie kehrten jedoch später zurück, liessen sich in der Provinz nieder, der sie den Namen gegeben haben, und verschmolzen bald mit den früheren Besitzern des Bodens.

Bei den Gothen finden wir einen schlanken Wuchs, ihre Gesichtsfarbe war hell, die Haare waren blond und die Augen blau. Es waren stattliche, kräftige Gestalten, die sich durch Kühnheit und Unternehmungsgeist auszeichneten. Ihr Reich erstreckte sich über ganz Mitteleuropa, vom Don im Osten bis zur Theiss im Westen, von der Nordsee im Norden bis zum Schwarzen Meere im Süden. Während die Ostgothen Italien in Besità nahmen, zogen die Westgothen nach Frankreich, dessen Südwesten sie eroberten. Zwischen der Loire und den Pyrenäen gründeten sie ihr Reich mit der Hauptstadt Toulouse. In Frankreich wurden sie durch die Franken unterworfen, in Spanien hielten sie sich bis zur Herrschaft der Araber. DAt, Iite uirtT a

Auch die Franken waren Leute von hohem Wuchseé, breitschulterig und muskulös. Aus ihren grossen blauen Augen blitzte Feuer und Stolz, ihre Gesichtszüge verriethen viel Lebhaftigkeit. Die Nase war länger als bei den anderen Stammverwandten, ihr starkes Haar blond, zuweilen röthlich gefürbt. Sie geriethen leicht in Zorn, waren ungestüm und furchtlos, zugleich aber einsichtsvoll, offen und ehrlich. Unaufhörlich wanderten sie über den Rhein und theilten sich mit den Burgundern und Gothen in den ganzen Norden des Landes, dem sie den Namen gegeben haben.,

Ausser den genannten hauptsächlichsten Bestandtheilen der Einwohnerschaft des alten Galliens sind noch andere geringere Elemente vorhanden gewesen, so die N ormannen an der Küste(Normandie), einige Lombarden in der Provence und Araber in der Bourgogne. Die Grundbestandtheile des Nationalcharakters der heutigen Franzosen stammen aus der Mischung des gallischen, römischen, fränkischen und normännischen Blutes. Die jebhafte Einbildungskraft der Normannen, ihr Hang zum Abenteuerlichen, der gerade und praktische Sinn der Römer, der ritterliche Geist der Franken, vereint mit dem leichten und fröhlichen Gprit gaulois, haben sich auf die Nachkommen jener alten Einwanderer und Eroberer verpflanzt.