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Von allen Aryas sind die Gallier am weitesten nach Westen vorgedrungen, nach Frank- reich und England, und haben später von dort aus mehrmals auf demselben Wege, den sie auf ihrem Hinmarsche eingeschlagen, Streifzüge nach Italien, Griechenland und Kleinasien gemacht. Ueberall verbreiteten sie grossen Schrecken, sind jedoch nirgends im Besitz des eroberten Landes geblieben. In Gallien selbst fanden sie namentlich im Süden Aramäer vor (Iberer, Aquitanier, Ligurer und Eusken oder Basken), die sie nach den Pyrenäen zurück- trieben. Sie überschritten dies Gebirge und vermischten sich mit den Iberern oder Aramäern in Spanien(Celtiberen). Unter dem Namen Amrhas(Ambronen bei den Römern, d. h. Tapfere) fielen sie in Oberitalien ein, vertrieben die Sikuler und gründeten dort einen Staat, der nachher zum Theil durch die Etrusker unterworfen wurde. Die phocäische Colonie Massilia(Marseille) lag in dem Gebiete des gallo-ligurischen Clan's der Segobrigen.
Die Kymrier hatten auf ihrer Wanderung nach Europa vermuthlich in der Krim Halt gemacht. Die Ankunft der Germanen trieb sie immer mehr nach Westen, ob sie aber bis nach Dänemark gezogen und dann erst in Gallien eingefallen sind, wie namentlich französische Schriftsteller behaupten, wird sich wohl nie zur Genüge aufklären lassen. Nur so viel steht fest, dass sie sich des Südens von England, des Nordens und Nordwestens von Frankreich bemächtigten und mit den Galliern an den Ufern der Seine und Loire vermischten. Das rastlose Volk blieb nicht ruhig in den einmal eingenommenen Wohnsitzen, sondern unter- nahm eine Wanderung nach Italien. Sigovesus(587 v. Chr.) nahm seinen Sitz zwischen den illyrischen Alpen und der Donau, Bellovesus zu gleicher Zeit in Italien, wo er die Ambras an den Etruskern rächte. Immer neue Banden zogen nach Italien, unter anderen die Boier, welche Städte daselbst gründeten, wie Vergann(Bergamum), Pataw(Padua), Fearann(Verona), Mediolann(Mediolanum). Sie belagerten Clusium im 4. Jahrhundert v. Chr. und marschirten gegen Rom, das sie mit Sturm einnahmen und in Asche legten.
In Griechenland weicht um die Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. die macedonische Phalanx vor den Galliern zurück, die alsbald trotz der tapfern Gegenwehr der Athener bei den Thermopylen das Land überschwemmen und Delphi plündern. Einzelne gallische Colonieen werden zwar in Thracien und Kleinasien gegründet, allein die Uneinigkeit unter den Galliern oder Galatern, wie sie von den Alten auch genannt werden, und ihre Unbeständigkeit verhindert das Emporblühen derselben. Als sie von Antiochus I. besiegt worden waren, der deshalb den Namen NXorho annahm, gingen sie als Abenteurer in fremde Dienste, namentlich finden wir sie in den Diadochenheeren zahlreich vertreten.
Blutige Rache nimmt Rom an den Galliern, indem es das cisalpinische Gallien ver- nichtet, an dessen Stelle die Gallia Togata tritt: Zugleich lenkt das immer mehr auf- blühende Marseille die Aufmerksamkeit der Römer auch auf das transalpinische Gallien, wo sie schon im 2. Jahrhundert v. Chr. Colonieen(Aix, Narbonne) und die sog. Provinz (Provence) gründen. Die Cimbern, welche Marius vernichtete, werden noch vielfach als Gallier betrachtet, was sich jedoch aus guten Gründen bestreiten lüsst. Die Teutomen, mit welchen sie vereint kämpften, waren sicherlich germanischen Ursprungs, während die Tiguriner und Ambronen Gallier waren. Aus der Bundesgenossenschaft mit diesen hat man auf die gallische Abstammung der Cimbern schliessen wollen, wäührend sie doch wahr- scheinlich aus dem hohen Norden kamen. Wie schon oben erwähnt, pleibt die Sache noch
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