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Lehrmittel: Eine Anzahl grosser Wandtafeln, darstellend Ellipse, Spirale und ver- wandte Formen, symmetrische und unregelmässige Blattformen(farbig ohne Umrisslinien), ferner gepresste Pflanzenblätter(unter Glas gefasst) und farbige Flachornamente.
Allgemeines über die Behandlung des Lehrstoffs. Die Behandlung der Aufgaben ge- schieht entsprechend derjenigen in VI. Die Besprechung des Gebildes erfolgt in grösseren Abschnitten, zum Teil vollständig vor Beginn der graphischen Wiedergabe. Es tritt hinzu die Wiederholung der einfachen Aufgaben aus dem Gedächtnis, insbesondere der Blattformen zumeist in der ersten Stunde nach Abschluss der betreffenden Aufgabe.
Aufgabenfolge: Bei der 1. Aufgabe: Ellipse mit dem Achsenverhältnis 3: 4 wird das Wesen der Symmetrie eingehend veranschaulicht und erörtert. Die zeichnerische Ent- wicklung beginnt mit der Darstellung der Achsen, zu deren Erkenntnis der Schüler bei der Vorbesprechung geführt wurde. Der Umfang der Ellipse wird nach Bestimmung der End- punkte ihrer Achsen gezeichnet, und dann mit Hilfe der Sehnenrechtecke ihre Symmetrie geprüft.
Episoden: Ellipsen von verschiedenem Achsenverhältnis.
Anschauungsmaterial: 1. Wandtafel: Ellipse mit dem Achsenverhältnis 3: 4 darstellend,
2. kleines Modell der Ellipse(zusammenklappbar), 3. Kreis in Verkürzung gezeigt am Rand von Gefässen.
2. Aufgabe: Spirale und Schneckenlinie. Das Gemeinsame und Unterscheidende beider Kurven wird besprochen. Das schwingende, sich um den Finger aufwickelnde Lot wird zur Versinnlichung des Wesens der Spirale benutzt. Als Hilfslinien für die Zeichnung wird das Kreuz aus der Senkrechten und Wagrechten, die in gleiche Strecken geteilt sind, verwendet.
Episode: Umrisszeichnung nach dem Schneckenhaus, wobei die Schneckenlinie ohne Hilfslinien gezeichnet wird. Anschauungsmaterial: 1. Wandtafel: Spirale und Schneckenlinie. 2. Schneckenhaus(Weinbergschnecke), Muscheln, Ranken. 3. Ornamentale Verwertung der Spirale z. B. an Schlosserarbeiten. 4. Jonisches und korinthisches Kapitäl.
Die 3.— 5. Aufgabe behandelt: die Entwicklung der symmetrischen Blattform auf Grund der Rippen. Hierbei wird die im Flinzerschen Lehrgang an erster Stelle des zweiten Zeichenjahrs angeführte Aufgabe: UÜbung des Augenmasses im Abschätzen der Lage von schräg zu einander stehenden Punkten und im Behandeln des ungleichseitigen Drei- und Vielecks besprochen. Die Besprechung der Blattform findet von folgenden Gesichtspunkten aus statt.
1. Es wird festgestellt, welcher Pflanze das betreffende Blatt entlehnt ist; bei stilisierten Gebilden wird der Unterschied zwischen Kunst- und Naturform hervorgehoben.
2. Die Verwendung des Blattes an ornamentalen Kunstwerken wird soweit als dies möglich zur Anschauung gebracht.
3. Die Form des Blattes wird beschrieben.
4. Der zeichnerische Entwicklungsgang wird gemeinsam aufgesucht und an der Tafel dargestellt. Er erfolgt nach der Disposition a) Mittelpunkt des Blattes, b) Rippen des Blattes (Richtung und Länge), c) Einbuchtungen, d) Umhüllungslinien, e) Gliederung des Blattrandes.
Auf die Analogie zwischen Gang der Beschreibung und Verlauf der Zeichnungsweise in Bezug auf das Vorschreiten vom Ganzen zum Einzelnen wird hingewiesen.
Die einfacheren Blattformen werden nach Abschluss der Aufgabe aus dem Gedächtnis wiederholt.
3. Aufgabe: Einfaches oder mehrlappiges ganzrandiges Blatt.
4.„ Einfaches oder mehrlappiges Blatt mit gegliedertem Rand. 5.„ Symmetrisches Blatt in schräger Lage.
Zur Auswahl stehen folgende Gruppen, welche Formen von ungefähr gleicher Schwierig- keit in sich vereinigen:


