39 Bergen aufsteigt, und daß infolge dieser Verhältnisse nun von daher die Gewässer, die auf diesen Anhöhen entstehen, dem Main zufließen müssen und ihre Laufrichtung also im voraus schon bestimmt gegeben ist.
Vorbereitung: Nach welcher Richtung hin fließt der Main? Wohin dacht sich also das Land ab? Wo liegt die Isenburger Warte? Geht es eben dahin oder steigt die Straße an? Sie steigt an! Bis wohin? Bis zur Warte! Wohin führt die Straße von da ab? Steigt sie oder fällt sie?
Erläuterung. Wenn wir also von Frankfurt aus nach Isenburg gehen, müssen wir erst eine zeitlang, bis etwas über die Warte, in die Höhe steigen, worauf es bis nach Isenburg wieder abwürts geht. Es verhält sich also hier wie mit dem Dache eines Hauses; auf der uns zugekehrten Seite steigt es bis zum Giebel an und auf der entgegengesetzten geht- es wieder bis zur Traufe hinab; zwischen dem aufsteigenden und abfallenden Teile liegt der höchste, der Giebel, der wie ein Rücken aussieht. Der Giebel ist der höchste Teil des Daches, es ist gleich- sam der Rücken desselben. Zwischen Frankfurt und Isenburg liegt auch ein solcher Rücken. der aus Steinen besteht, in denen wir ganz kleine Muscheln finden: Es ist der Sachsenhäuser Bergrücken oder Sachsenhäuser Berg.
Der Rücken des Berges wird in seinen Umrissen mittelst brauner Kreide, am besten vorerst durch Schummerung dargestellt, und die an seinen Abhängen liegenden Orte abermals erwähnt und aufmerksam gemacht, daß er auch nach der Station Louisa hin abfällt, daß dagegen sich zwischen Oberrad und Sachsenhausen ein mit dem ersteren zusammenhängender Berg erhebt:
der Mühlberg.
Kennet ihr noch einen andern Berg in der Nähe? Römerberg! Liebfrauenberg!
Röderberg!
Auf welcher Seite des Main liegt der Mühlberg? Der Röderberg?
Belehrung. Ihr seht also, sogar in der Stadt haben wir Berge. Es sind aber keine gar schlimmen und das Besteigen derselben macht uns wenig Mühe. Es ließe sich auch gar gut herausfinden, wie hoch eigentlich diese drei letztgenannten Berge sind, und dann dürfte es sich zeigen, daß wir es hier nur mit kleinen Erhebungen über den Mainspiegel zu thun haben, die wir künftig Hügel nennen wollen.
Wie könnten wir die Höhe des Römerberges, des Liebfrauenberges erfahren? Wo steht es zu lesen?
Nun suchet den Mühlberg! Den Röderberg! Zeiget Bornheim, Bergen! Woher hat Bergen seinen Namen? Welche Straße führt nach diesem Flecken den Namen? Fällt oder steigt die Straße nach Bergen?—⸗
Erläuterung. Wir haben somit auch auf der rechten Seite des Main allmählich an- steigende Erhebungen, die in der Berger Höhe am bedeutendsten werden. Auch diese Er- hebungen hängen zusammen und bilden ebenfalls eine Art Dach, das einerseits nach Enkheim und Seckbach, andererseits nach Heddernheim, Praunheim, Hausen und Rödelheim zu abfällt. So liegt also unsere Stadt zwischen zwei bergartigen Erhebungen, die sich bis in die innerste Stadt fortsetzen, und von rechts und links kommen dem dazwischen hindurchströmenden Main- flusse die von den Höhen und den Seiten derselben herabfließenden Gewässer zu.
(Der Berger Höhenrücken wird nun ebenfalls eingezeichnet.)


