10
Jetzt wird das Viereck an die Tafel gezeichnet. Dabei wird sich herausstellen, daß das angenommene Viereck eigentlich kein solches ist, da die nach dem verlängerten Hermesweg hin schauende Seite durch den dort vorspringenden Garten des Privathauses weiter nach der Schule— zu geschoben wird. Die Thatsache wird den Schülern sofort klar werden, wenn man sie ver- anlasst, die Entfernung von der Gartenmauerecke bis zur Mauer an der Bergerseite zu messen. Es erfolgt darauf die Einzeichnung des Schulhausvierecks und in dieses die des Klassenzimmers, wobei auf das Gleichlaufen der entsprechenden Seiten von Schulhof, Haus und Zimmer hinzu- weisen ist. Die Schüler lernen nun das auf die Schultafel Gezeichnete auch in ihr Heft übertragen. Der Arbeit gehen folgende Vorfragen voraus: Lüßt sich die ganze Zeichnung, wie sie auf der Tafel steht, ins Heft übertragen? Warum nicht? Wie können wir uns helfen? Welche Länge haben wir einem Meter auf der Tafel gegeben? 1 cm! Nehmet also statt eines em für je einen Meter nur einen mm!(Die Zeichnung wird nun darnach ausgeführt.)
Bezeichnung der Seiten. Nach welchen Straßen sehen die einzelmen Seiten des großen Viereckes?(Die Namen werden an die betreffenden Seiten geschrieben.)
Erläuterung. Dieser Raum, den wir durch Linien abgeschlossen haben, gehört mit allem, was innerhalb desselben ist, zur Schule; die Schule gebietet über denselben: er bildet das Schulgebiet.
Wie wird derjenige genannt, dem ein solches Gebiet gehört oder zu eigen ist? Der Eigentümer, Besitzer, Herr, Gebieter!
Wer ist der Eigentümer unseres Schulgebietes? Die städtische Sch ulbehörde, das Kuratorium.
Erlänterung. Das Gebäude auf diesem Gebiete ist für alle Einwohner der Stadt da, die davon Gebrauch machen wollen; es dient der Allgemeinheit oder 6ffentlichkeit; es ist also ein öffentliches Gebäude und die Schule darin eine öffentliche, und weil sie mit ihren Zielen über das Maß der allgemeinen Kenntnisse hinausgeht, eine öffentliche höhere Schule.
Erläuterung. So wie die rechtsseitige Wand eueres Klassenzimmers dasselbe von der nächsten Klasse trennt, so trennen Mauer und Staketenzaun das Schulgebiet von den anliegenden fremden Gebieten oder Besitzungen. Wenn wir Mauer und Zaun qurch eine Linie dar- stellten, so würde diese uns angeben, wo das Berühren oder Zusammenstoßen der beiden Gebiete stattfindet. Für diese Linie gebrauchen wir den Ausdruck Grenzlinie oder Grenze, und wir sagen dann auch, indem wir aus dem Substantiv Grenze ein Verbum bilden: Dieses Ge- biet grenzt an jenes. Der Angrenzer aber ist der Nachbar und die angrenzenden Ge- biete sind benachbarte Gebiete.
Die ebene Flüche, die geneigte ebene Flüche. Die Abdachung.
Ausgangspunkt: Das Schulzimmer.
Betrachtet einmal den oberen Teil der platte dieses Tisches! Ist sie an irgend einer Stelle höher oder ist sie überall gleich hoch? Überall gleich hoch! Welchen Ausdruck für »überall gleich hoch« giebt es für eine Platte wie die des Tisches hier noch weiter? Eben! Flach! Sie ist also eine ebene Fläche. Betrachtet die Platte eueres Tisches: Ist sie auch eine ebene Fläche?
Wenn ich etwas Wasser auf die Platte des großen Tisches giefze, pleibt dies auf dem Tische oder fließt es herab? Es pleibt auf dem Tische!
Was geschieht, wenn ich auf euere Tischplatte etwas Wasser gieße? So fließt es ab!


